Chronologie
 im Zusammenhang mit der Enteignung und mysteriösen Tod des
 Fürst Adolf zu Schaumburg-Lippe
(klicken!) in der Zeit der Nazi-Diktatur

                 Die Chronologie der Ereignisse ist verblüffend:

Am 15 Januar 1934 ergeht Görings "Erlass des Preussischen Ministerpräsidenten
-  Geheime Staatspolizei" -  vom 15.Januar 1934-II F 264/4 -   "2. Rückwanderung
deutscher Emigranten aus dem Auslande".

Darin heisst es unter anderem: "Ebensowenig dürfen marxistische Zersetzer und
Verbrecher in führenden Stellungen, die ihr Vaterland von jeher gewissenlos
geschädigt haben ... jemals wieder deutschen Boden betreten. Die Kreise dieser
Volksfeinde sollen damit rechnen, dass ihre Hetzarbeit einer dauernden Beobachtung
unterliegt,...Sie müssen gewärtig sein, dass auf jede ihrer Niederträchtigkeiten hin
alle möglichen Repressalien persönlicher und vermögensrechtlicher Natur
unnachsichtig ergriffen werden
...Von allen Staatspolizeistellen
sind ..Listen aufzustellen .... und dem Geheimen Staatspolizeiamt bis 15. Februar
1934 vorzulegen...Göring.

                  Link zum vollständigen Göring-Erlass von 1934   (klicken
  
  (Quelle: Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis, Akte FAI PE 22 C 1 , Amsterdam )


Ab Juni 1934 ermittelt die Gestapo gegen den auf Brioni (Italien) lebenden Adolf
Fürst zu Schaumburg-Lippe, der als Eigentümer grosser Besitzungen in den Grund-
büchern persönlich eingetragen ist. Vermerk auf den Ermittlungsvorgängen:
"die Vermögensverhältnisse des Fuersten sollen nicht geregelt sein."

im Juni 1935 wird das erste Gesetz zur Vereinheitlichung der Fideikommiss-
auflösung erlassen.

im Juli 1935 werden ohne Mitwirkung Adolfs dessen Vermögenspositionen in den
Grundbüchern auf das "Fürstliche Haus" umgeschrieben. Am 23.10.1935 werden
die Skulpturen von Adriaen de Vries(Venus und Adonis sowie Proserpina) auf der
Schlossbrücke in Bückeburg abmontiert und nach Berlin verbracht.
In seinen Memoiren dementiert der ehemalige Präsident der Landesregierung
des Freistaates Schaumburg Lippe
, Karl Dreier, dass Göring im Frühjahr 1935
diese Figuren Hitler am 20.4.1935 zum Geburtstag schenken wollte, (s. S. 40 der
Memoiren):  Nein, es sei ganz anders gewesen, Valentin Graf Henckel von Donners-
marck, der Generalvertreter des Fürsten Adolf zu Schaumburg-Lippe, habe die
Statuen teuer an Göring verkaufen wollen. Offenbar war Göring scharf auf Venus-
Statuen!

Laut Zeitungszeugen Nummer 41, "Berliner Morgenpost" vom 16 November 1938,
erste Seite: "Geschenk Balbos an Göring. Am Dienstag vormittag wurde Generalfeld-
marschall Göring ...im Auftrag des Marschalls Balbo die marmorne Statue der Venus
aus Leptis(im damals italienischen Lybien) überbracht..." Also sammelte Göring
Venus-Figuren. Die Statue der Venus von Leptis Magna wurde in der Festhalle
in Carinhall(Görings Wohnsitz) aufgestellt.

März 1936 ereignet sich der ungeklärte Flugzeugabsturz in Mexiko.
Das kinderlose Ehepaar Adolf zu Schaumburg-Lippe stirbt gleichzeitig.


Was wurde aus dem Generalvertreter des "vermögenslosen" Fürsten Adolf ?

Valentin Graf Henckel Donnersmarck?

Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe soll Valentin Graf Henckel Donnersmarck
und seine Sekretärin bei der Staatsanwaltschaft angezeigt haben.

Valentin Graf Henckel von Donnersmarck starb am 22 Mai 1940 in Berlin-Halensee.
Karl Dreier schreibt auf S. 41 seiner Memoiren, dass er in U-Haft einem
"Herzinfarkt" erlag.

Man fragt sich:  Wusste er zuviel ?

Es drängt sich der Verdacht auf, dass das Ehepaar Adolf zu Schaumburg-
Lippe erst sterben durfte, "nachdem" die Vermögensverhältnisse geregelt
waren, nicht vorher.

(27.11.2009)


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