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+IB4-An einem Dienstag+ICYgHA-+ACo- Der Deutsche Reichkanzler erkl+AOQ-rt in Berlin, wer als Abgeordneter aus der NSDAP austritt oder ausgeschlossen wird, verliert auf immer seinen Reichstagssitz! 1934, an diesem Dienstag, weit weg vom Schaumburger Land. Das +IB4-Staatsnotwehrgesetz+IBw- wird beschlossen. Es wird +IB4-Politik gemacht+IBw-.

Von der Ideologie dieser Herrscher in der fernen Reichshauptstadt aber ist das Land bereits zutiefst durchdrungen. Denn ihre Wegbereiter, ihre zutiefst h+APY-rigen und willf+AOQ-hrigen Handlanger leben und wirken bereits (mit gl+APw-hender Ergriffenheit) mitten unter den Menschen, in den St+AOQ-dten wie in den kleinsten Ansiedelungen. Menschen, vorbereitet und empf+AOQ-nglich gemacht nicht zuletzt durch die Institutionen in ihrem leichtfertigen wie nicht selten vors+AOQ-tzlichen Setzen von +IB4-Normen+IBw- und Ideen, durch Schule und Kirche. Durch die Verbiegung von Geschichte, das Verf+AOQ-lschen und Pervertieren von Traditionen und Glauben in den K+APY-pfen und den Herzen der Menschen, ihrer ganzen Familien. +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;(+ACo- s.: Wolfgang Borchert)

Von nun an ist ja schlie+AN8-lich Gesetz, dass eine +IB4A/A-bergesetzliche Staatsnotwehr+IBw- es +IB4-Jedermann+IBw- zur B+APw-rgerpflicht macht, selbst den bisher zu allen seinen Mitmenschen stets g+APw-tigen hilfsbereiten Dorfnachbarn unverz+APw-glich seinem Henker auszuliefern.+ACY-nbsp; +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

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Am 3. Juli 1934, an diesem Dienstag wird in der zu Steinbergen geh+APY-renden Siedlung +IB4-Fahrenplatz+IBw- den Eheleuten Lina und Fritz Ebeling ihr erstes Kind geboren.

Au+AN8-er der Hebamme sind in diesen Stunden noch eine alte Nachbarin und die Schw+AOQ-gerin der Geb+AOQ-renden dabei. Als man der Mutter ihr Kind zeigen will und die Hebamme ihr verk+APw-ndet, dass es ein M+AOQ-dchen ist, soll sie immer wieder laut aufgeschrieen haben: +IB4-Nein! Nein! Das darf nicht wahr sein!+IBw- Die anwesenden Frauen sind +APw-ber diese Reaktion sehr verst+APY-rt. Wieder und wieder m+APw-ssen sie diese in zornigem Ton heraus gesto+AN8-enen Worte anh+APY-ren, und sind fassungslos. +IB4-Das Kind ist doch gesund. Was ist denn blo+AN8- mit der Lina los?+IBw- Auch die erfahrene Hebamme, die doch so manches schon erlebt hat, wei+AN8- im Augenblick so etwas, das so heftig andauert, nicht zu erkl+AOQ-ren. +IBM- (Die +IB4-Erkl+AOQ-rung+IBw- f+APw-r dieses verst+APY-rte wie verst+APY-rende Gebaren speziell dieser Mutter ergibt sich zweifelsfrei aus einer familienhistorischen Gesamtschau wie aus der Analyse von sp+AOQ-ter aufgefundenen Dokumenten.)+ACY-nbsp; +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

Die Siedlung +IB4-Fahrenplatz+IBw- stellt damals den +AOQ-u+AN8-ersten +APY-stlichen +IB4-Rand+IBw- des territorialen +IB4-F+APw-rstentums Schaumburg-Lippe+IBw- dar, +IB4-Grenzland+IBw- quasi, und geh+APY-rt verwaltungsm+AOQA3w-ig zum Dorf Steinbergen. Zu den drei der +AOQ-ltesten H+AOQ-user z+AOQ-hlt das Ebelingsche Anwesen mit der ehemaligen Nummer 47 (die +IB4-Hausstellen+IBw- Steinbergens waren einst gem+AOQA3w- der chronologischen Abfolge ihres +IB4-Errichtens+IBw- durchnumeriert, die +IB4-47+IBw- die zweit+AOQ-lteste am +IB4-Fahrenplatz+IBw-), gelegen als erstes auf der s+APw-dlichen, rechten Seite der L-443 auf dem Weg von der Arensburger Kreuzung in Richtung Bernsen, gleich am Ende des Waldstreifens, dem Feld genannt +IB4-Humbreite+IBw-. Aus der Sicht der +IB4-Steinberger+IBw- Alteingesessenen waren die +IB4-Fahrenpl+AOQ-tzer+IBw- +IBM- obwohl doch junge Frauen dorthin geheiratet hatten +IBM- in deren f+APw-r damalige Verh+AOQ-ltnisse weit abgelegener Ansiedlung geradezu +IB4-Exoten+IBw-, die +IBM- weil vom Steinberger florierenden +IB4-Kurbetrieb+IBw- ganz abgeschnitten +IBM- nicht privilegierten +IB4-Hinterw+AOQ-ldler+IBw-, im Dorfleben, als Personen, wahrzunehmen nur bei deren Erscheinen zwecks amtlicher Besorgungen, seltener Eink+AOQ-ufe, oder an Sonntagen +IBM- und dann eher wenige von ihnen +IBM- in der Kirche. Die Eiferer und die H+APY-rigen.

Die +IB4-Fahrenpl+AOQ-tzer+IBw- Schulkinder dagegen fielen wohl allein schon auf wegen ihrer Bekleidung, in welcher sie die Witterung des weiten Schulweges von vier Kilometern insbesondere im Winter zu bestehen hatten: Ihre Eltern zumeist auch +APY-konomisch emarginiert, hatten schlicht nicht die Mittel, um f+APw-r festes und trockenes Schuhwerk ihrer heranwachsenden Kinder aufkommen zu k+APY-nnen, die Jacken und M+AOQ-ntel stets weitergereicht und so gut wie nur m+APY-glich geflickt, grob gestrickte Socken aus schlichter, oft wieder verwendeter Wolle. Und alle Tage fr+APw-h hatten sie im Vergleich zu den Steinbergern, ihren Klassenkameradinnen und Kameraden, von zu Hause aufzubrechen, und sp+AOQ-t kamen sie dann erst wieder heim. Vom Steinberger Lehrer Finhold, dem +IB4-Herrn Kantor!+IBw-, wurden sie traditionell durchweg als +IB4-die Russen vom Fahrenplatze+IBw- (+IB4-Farntjenpl+AOQ-tzer+IBw-, hinter den Zigeunerlagern) angesprochen.

Die meisten der +IB4-Fahrenpl+AOQ-tzer+IBw- Familienv+AOQ-ter suchten den Lebensunterhalt zu verdienen +IB4-auf der H+APw-tte+IBw-, der +IB4-Glasfabrik Schauenstein+IBw- oder einfacher +IB4-Heye+IBw- in Obernkirchen, mit Fu+AN8-wegen noch deutlich weiter als denen ihrer Kinder. Kaum erst vom Steinberger Herrn Pastor konfirmiert, wurden sie in der Glasfabrik in die untersten T+AOQ-tigkeiten eingew+APY-hnt, vielleicht bald +IB4-Eintr+AOQ-ger+IBw-, mit Gl+APw-ck und Geschick und blutigen Fingern zum +IB4-Korbmacher+IBw-. Die Frauen suchten bei den wenigen Bauern im weiteren Umfeld etwas zu verdienen bei Feldarbeit und Ernte, was aber durchweg in essbaren Naturalien ausfiel, oder manchmal auch in einer Gegenleistung der Bauern beim Pfl+APw-gen ihrer kleinen G+AOQ-rten daheim. Daher war die Haltung von Nutzvieh, durchweg Hausschweinen, H+APw-hnern und seltener Ziegen, eine dringende Notwendigkeit. Um zus+AOQ-tzliches Futter zu beschaffen zog man oft in Feld und Flur, immer auf der Hut vor dem Steinberger +IB4-F+APY-rster+IBw-, welcher den Ertappten gnadenlos die Sicheln wegnahm, manchmal auch noch ihre K+APY-rbe zerschnitt. In der so genannten +IB4-schlechten Zeit+IBw- fand notgedrungen das +IB4-Schwarzschlachten+IBw- statt, und der Steinberger +IB4-Schandarm+IBw- Sch+APw-tte machte gnadenlos strenge Kontrollen und sogar Durchsuchungen, denen die bedr+AOQ-ngten +IB4-Fahrenpl+AOQ-tzer+IBw- mit so manchen, oft verzweifelt neben der Wahrheit liegenden +IB4-Erkl+AOQ-rungen+IBw- zu begegnen suchten. Ging es doch um das t+AOQ-gliche +ANw-berleben in der zumeist allgegenw+AOQ-rtigen Not. +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

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Die Schulkinder vom +IB4-Fahrenplatz+IBw- nahmen ihren t+AOQ-glichen Weg nach Steinbergen seit Generationen entlang des alten Fahrweges, der damals am S+APw-drand der +IB4-Sandbreite+IBw- +APw-ber die +IB4-M+APw-hlenbreite+IBw- +APY-stlich der Arensburg, dann weiter am Rand der +IB4-Schiefen Breite+IBw-, beim ehemaligen +IB4-Caf+AOg- Baumgart+IBw- schlie+AN8-lich erst (heute +IB4-Am F+APY-rsterkamp+IBw-) +APw-ber die Bahngleise hinunter ins Dorf Steinbergen f+APw-hrte. Nach dem Bau der Eisenbahnlinie Rinteln-Stadthagen gingen die Kinder im Bereich +IB4-M+APw-hlenbreite+IBw- und +IB4-Schiefe Breite+IBw- oben auf dem Rand der +APY-stlichen B+APY-schung +APw-ber den Bahngleisen entlang, also unmittelbar am Steinbruch direkt an den dortigen Baracken und Rampen nicht weit unterhalb der Aufsichtsbaracke vorbei.

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(Foto: die Fahrenpl+AOQ-tzer Schulkinder auf dem Heimweg im Winter, kurz vor dem Haus+ACY-nbsp; +IB4-64 +IBM- Buchmeier+IBw-; Ilse Ebeling die zweite von rechts, ganz links ihr kaum ein Jahr j+APw-ngerer Cousin, der sp+AOQ-ter aufs Gymnasium gehen durfte, Pfarrer der Schaumburg-Lippischen Landeskirche wurde, und zuletzt Milit+AOQ-rpfarrer in B+APw-ckeburg war. +IBM- Es fehlt auf jeden Fall Cousine Edith, und vielleicht noch drei oder vier weitere Kinder.)+ACY-nbsp; +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

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Im Hause +IB4-Fahrenplatz 47+IBw- wohnten zu der Zeit sechzehn (!) Personen. Ilse war von ihrer Mutter angewiesen, f+APw-r wohl den gr+APYA3w-ten Teil der Bewohner das Brot aus Steinbergen mitzubringen. Lina (Buchmeier) Ebeling, die sich etwas darauf einbildete, +IB4-in B+APw-ckeburg in Stellung+IBw- gewesen zu sein, sie sah nun in ihrem D+APw-nkel das ehedem noch von ihrer Schwiegermutter geleistete Brotbacken im irdenen alten Ofen gleich auf dem Hof als +IB4-unter ihrer W+APw-rde+IBw- an. Und zudem w+AOQ-ren die Brote aus dem gro+AN8-en alten gemauerten Backofen gleich oben hinter dem Hause +IB4-unbek+APY-mmlich+IBw-, so deklarierte sie mit ihrem von niemandem zu hinterfragenden +IB4-B+APw-ckeburgischen Wissen+IBw- begabt, weswegen sie ihren Mann schon bald nach der Eheschlie+AN8-ung anwies, das +IB4-Unget+APw-m+IBw- umgehend abzubrechen. Was er h+APY-rig befolgte.+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

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Diese Heimwege mit der Last der Brotlaibe nahm Ilse immer ganz allein: Hatte doch, was auch uns Heutigen durchaus verst+AOQ-ndlich ist, keines der +IB4-Fahrenpl+AOQ-tzer+IBw- Schulkinder nach Unterrichtsschluss in Steinbergen noch Lust und Geduld, mit der Ilse erst zu B+AOQ-cker +IB4-Beckmann+IBw- zu gehen, dort den Einkauf abzuwarten, und dann auch noch den durch die Traglast bedingt so viel langsameren Trott heimw+AOQ-rts mit ihr mitzumachen.

Denn die anderen +IB4-Fahrenpl+AOQ-tzer+IBw- Schulkinder nahmen ja ihren Heimweg auf dem k+APw-rzeren, n+AOQ-mlich dem Weg l+AOQ-ngs der +APY-stlichen B+APY-schung oberhalb der Bahngleise, wie oben schon beschrieben. Und damit war Ilse, wenn sie auf dem M+APw-hlen-Pferdewagen mitfahren durfte, n+AOQ-mlich auf der Stra+AN8-e und an der Arensburg entlang, g+AOQ-nzlich au+AN8-erhalb der Sichtweite der anderen Kinder. Mochte die Ilse doch +IB4-zu+ACY-nbsp; Fu+AN8-+IBw- (so glaubten sie alle!) nach Hause kommen, wie sie wollte: Sie hatten alle Hunger, sie wollten schnell nach Hause zum Fahrenplatz. +ACY-nbsp;

Und sie selbst, Ilse, einerseits sch+AOQ-mte sie sich vor den anderen Kindern, als einzige diese f+APw-r ihre Gef+AOQ-hrten doch ganz und gar niemals von ihnen allen geforderte, f+APw-r sie alle so unsinnig beschwerliche Art von Besorgungen machen zu m+APw-ssen. Andererseits war ihr der einsame +IB4-Gang+IBw- aber eine dringende, allerdings darin nur momentane Beruhigung des Gewissens, denn so sah es ja niemand von den anderen, wenn der sich ihrer erbarmende +IB4-Fremdarbeiter+IBw- +IB4-Anton+IBw- ihr +IBM- wortlos +IBM- ein Handzeichen gab, n+AOQ-mlich ohne viel Aufsehen hinten auf den Pferdewagen zu klettern. Den ganzen langen Weg im Dorf aufw+AOQ-rts +IBM- manchmal kam Anton her vom Stellmacher M+APY-ller, vom Bahnhof oder von der Schmiede +IBM- dann ganz an der Arensburg entlang, an der Schlingm+APw-hle wieder die so sehr lange und leicht ansteigende Stra+AN8-e am +IB4-Sch+APY-nebusch+IBw- vorbei. Wenn dann die Abzweigung nach links zur +IB4-Arensburger Papierm+APw-hle+IBw- erreicht war, sprang Ilse ohne eine Aufforderung durch Anton abwarten zu m+APw-ssen ab, nahm ihre Brotlast, und bog gleich rechts bei +IB4-Meiers+IBw- auf den kleinen schmalen Waldpfad, rechts neben der Stra+AN8-e im Verborgenen ganz bis gen ihrem Elternhaus verlaufend: Ungesehen hier!

Und sp+AOQ-testens dann meldete sich die andere, die entgegengesetzte, die+ACY-nbsp; widerstreitende Stimme des Gewissens! Die Mutter daheim wei+AN8- es wohl, wie lange ihre Tochter mit den Brotlaiben bepackt f+APw-r den Weg zu brauchen hat. Zu fr+APw-h ankommen, und nicht offenkundig +IB4-rechtschaffen m+APw-de+IBw-, n+AOQ-mlich ausgelaugt vom schleppenden Wege. +ACY-nbsp;+IB4-Oh Gott!+IBw- So darf sie der Mutter nicht unter die strengen Augen treten. Das Verh+APY-r w+AOQ-re niederschmetternd, die niederschmetternden Folgen in ihrer kindlichen Erwartungshaltung geradezu vernichtend! +IB4-Ich m+APw-sste l+APw-gen!+IBw-

Hat Ilse doch versto+AN8-en gegen das +IB4-Gebot+IBw-. Hat sie sich doch vers+APw-ndigt an ihrem Elternhaus, indem sie sich von einem dieser +IB4-b+APY-sen Untermenschen+IBw-, einem +IB4-Pollacken+IBw- Anton hat heimfahren lassen! Ja, +IB4-Schuld+IBw- hatte sie auf sich geladen! Und heute schon wieder! Wie wollte sie diese +IB4-Schuld+IBw- jemals s+APw-hnen k+APY-nnen? Wer in dieser Welt h+AOQ-tte ihr denn noch +IB4-Vergebung+IBw- spenden k+APY-nnen? Der Vater nicht, und sie las wieder und wieder seine +IB4-Briefe+IBw-, so gestochen, +IB4-Heilige Gebote+IBw-, Verbote ehernster Strenge, die aber auch keinen Ausweg, keine Hoffnung zulie+AN8-en.+ACY-nbsp;

Der Herr Pastor? Niemals! Sie m+APY-ge sich h+APw-ten vor +IB4-b+APY-sen Menschen+IBw-! Der Mutter bedingungslos gehorsam sein! Ihr +APw-ber alles berichten! Sonst w+AOQ-re sie f+APw-r immer und ewig verloren! (So ein +IB4-Vater-Brief+IBw- ist hier erhalten.) +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

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Dieses +IB4-Elternhaus+IBw-, in nach au+AN8-en vorgetragenem Habitus eines +IB4-sauberen+IBw- +IB4-Ordnungsdenkens+IBw-, untert+AOQ-nig, +IB4-deutsch+IBw-, einem +IB4-christlichen Pflichtgef+APw-hls+IBw- ergeben, so vorbildlich solide erscheinen wollend. Den Schein wahrend n+AOQ-mlich von +IB4-Sorgfalt im eigenen Tun+IBw-, mit strenger Unnachgiebigkeit im Einfordern von kindlichem Gehorsam der Tochter. (Wann hat Ilse die Bigotterie, die perfide Verlogenheit, Doppelz+APw-ngigkeit wie Doppelmoral zu ahnen begonnen?!)

Sie m+APw-ssen doch einen Mord, den Mord auch gar nicht als Mord sehen, sie selbst doch moralisch so unanfechtbar untadelig stehend auf der Seite des Guten +IBM- und folglich mit reinstem Gewissen. +IB4-Dann geschieht dort eben, was zu geschehen hat!+IBw-

Das junge M+AOQ-dchen, die Tochter, in der so unmittelbaren wie pl+APY-tzlich sie anfallenden Konfrontation mit dieser +IB4-strukturellen Gewalt+IBw- innerhalb ihrer Lebenswirklichkeit, sie sah mit ihren eigenen Augen TAT, T+AMQ-TER und OPFER: +IB4-T+AOQ-ter+IBw-, die mit den engsten Bezugspersonen ihrer Welt untrennbar verwoben -, ja +IB4-eins waren+IBw-! Identisch! Und damit doch zwingend auf der Seite des allein Guten!

Die +IB4-Tat+IBw- eine geradezu nach +IB4-Gottes Gebot+IBw- gebotene. Das Opfer: +IB4-kein Mensch+IBw-! Alles Untermenschen, Volkssch+AOQ-dlinge, auszumerzende Feinde. Alles +IB4-gerecht+IBw-!

Ein vergilbtes Schreibheft aus Ilse Ebelings Volksschulzeit beinhaltet ein Diktat, welches aus der Zeit zum Ende der vierten Klasse stammen muss. Fehlerfrei in sauberster Schrift hat sie zu Papier gebracht, was der Herr Lehrer Heine den Kindern diktiert hat:

+IB4-Ihr seid ein Glied in der deutschen Schicksalskette. Sorgt daf+APw-r, dass sie stark wird, und dass diese Kette nicht rei+AN8-t, sonst endet das Leben unseres Volkes. Es soll euch nichts furchtsam machen k+APY-nnen auf dieser Welt. Ihr Jungen und M+AOQ-dchen k+APY-nnt so werden, wie Adolf Hitler euch braucht, um Deutschland wieder gro+AN8- und frei zu machen. Ihr sollt seine treuen Helfer dabei sein.+IBw-+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

In den sp+AOQ-ten sechziger Jahren erstmals, zun+AOQ-chst verhalten noch, dann aber immer wieder und bildhafter wurde mir aus dem Mund meiner Mutter berichtet von ersch+APw-tternden Beobachtungen, die sie selbst wiederholt hat machen m+APw-ssen, von grausamen Ereignissen an ihrem t+AOQ-glichen Schulweg l+AOQ-ngs des +IB4-Schmidtschen Steinbruches+IBw- zwischen der Siedlung +IB4-Fahrenplatz+IBw- und dem Dorf.

Die +IB4-Fahrenpl+AOQ-tzer Kinder+IBw- hatten, wie schon erw+AOQ-hnt, ihren mindestens drei, eher vier+ACY-nbsp; Kilometer langen Schulweg zu gehen entlang der Autobahn, damals noch in Sichtn+AOQ-he, in Ruf- und H+APY-rn+AOQ-he zum +IB4-Schmidtschen Steinbruch+IBw-. Besonders die Schuljungen ermunterten die kleine Gruppe immer wieder, zur deutlichen Abk+APw-rzung des langen Weges einfach auf der H+APY-he des letzten, des westlichsten Hauses +IB4-Meier+IBw- +APw-ber die Autobahn zu laufen, wo ja einstmals die alte Stra+AN8-e nach Steinbergen verlaufen war, und deren Wegf+APw-hrung jenseits der Fahrbahn auf s+APw-dlicher Seite zun+AOQ-chst auch noch f+APw-r einige Zeit weiter bestand. Und dort gingen die Schulkinder nun einfach genau +APw-ber das damalige, das jetzige STEINBRUCHGEL+AMQ-NDE.

Meine Mutter, von Statur eher zart und schm+AOQ-chtig, vertraute dabei der F+APw-hrung durch den robusten, knapp ein Jahr +AOQ-lteren Nachbarjungen +IB4-Friedhelm+IBw- (Meier).

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Unmittelbar zu linker (s+APw-dlicher) Hand dieses +IB4-Schulweges+IBw- (auf welchem ja eigentlich gar keine Schulkinder mehr h+AOQ-tten gehen d+APw-rfen, aber es verwehrte ihnen niemand) befanden sich kurz vor den +IB4-Baracken+IBw- solche +IB4-Schotterhalden+IBw-. Es mag sich dabei auch um den dort regelm+AOQA3w-ig abgekippten Abraum der Deckschichten gehandelt haben.

Morgens in der Fr+APw-he, so etwa nach sieben Uhr, um halb acht herum, wurde meine Mutter wiederholt Augenzeugin von Vorg+AOQ-ngen, die in ihrer Eindr+APw-cklichkeit jeden Menschen ersch+APw-ttern, die aber einem kritisch wachen (s.o.!), seine Umwelt stets genau observierenden Schulkind von neun, von zehn und fast schon elf Jahren ganz ungeheuerlich sind. Mit einer Dauer von vielleicht zwei, drei, ja f+APw-nf Minuten. Vorg+AOQ-nge, welche ein lebenslanges Trauma ausl+APY-sten: Ilse Ebeling h+APY-rt Schreie! Klagende, jammernde! Und daneben herrische, bellende! Schleifen, Scharren, dann Poltern. Sie sieht oben auf dem Rand der Halde Gestalten.

Einer schl+AOQ-gt zu, mit einer Art Kn+APw-ppel. Der Getroffene f+AOQ-llt, st+APw-rzt. Verschwindet reglos, leblos am Fu+AN8-e der Halde. Andere Male +IB4-scheppern+IBw- (so sagte sie) ihr in den Ohren Sch+APw-sse. (Von ihrem Onkel, August Ebeling, hat sie im heimischen Obstgarten +IB4-Schie+AN8A/A-bungen+IBw- auf Baumst+AOQ-mme miterleben m+APw-ssen, und wei+AN8- daher +IB4-scharfe Sch+APw-sse+IBw- an ihrem typischen +IB4-Klang+IBw- als eben solche zu erkennen.) Und mit dem Echo der Sch+APw-sse st+APw-rzen wieder Menschenleiber in die Tiefe. V+APY-llig verst+APY-rt hastet, taumelt sie weiter in Richtung Steinbergen, zur Schule. Sitzt dort in der Bank, verwirrt, sprachlos, und versteht vom Unterricht kaum ein Wort. Auf dem mit bangen Schritten begangenen Heimweg der +AOQ-ngstliche verstohlene Blick hin+APw-ber zur Halde: Da ist +IB4-jetzt mehr Schotter runtergekippt+IBw- worden, zwischen Morgen und fr+APw-hem Nachmittag. Das kann sie doch immerhin deutlich erkennen. Sie kennt ja die +APw-blichen, steinbruchtypischen Wandlungen an Rande des t+AOQ-glichen Schulweges, sieht neues Material +APw-ber fr+APw-herem.

Diese +IB4-Schreie+IBw-, die nicht mehr aus ihrem Kopf gehen wollen! Im Elterhaus waren die Kinder dabei, wenn geschlachtet wurde. Die Schreie der Hausschweine, wenn der Schlachter sie herauszerrte aus dem Stall. Angstschreie, dann Schmerzesschreie, Todesschreie.

Die Schweine wurden damals mit einem besonderen Bolzenhammer und einer Schlagkeule get+APY-tet. Dieses Zuschlagen, das war genau das gleiche, welches sie hatte mit ansehen m+APw-ssen fr+APw-h morgens gleich dr+APw-ben auf der Halde! Und diese Schreie: Aber an der Halde klang noch ein Jammern, ein Weinen dazwischen. Menschen-Worte, Wortfetzen. Das brutale +IB4-Wortbellen+IBw- des dann Zuschlagenden, des Schie+AN8-enden! Nach mehreren gleichartigen, und immer gleich ersch+APw-tternden Erlebnissen des einem Kinde dergestalt unbegreiflichen, aber damit umso eindringlicheren Terrors ist ihre Not so gro+AN8-! (Was +IB4-tot sein+IBw-, was +IB4-get+APY-tet werden+IBw- bedeutet, dem ist sie mittelbar nahe gekommen, als in der Familie die Nachrichten eintrafen vom +IB4-gefallenen+IBw- Bruder der Mutter, vom +IB4-gefallenen+IBw- j+APw-ngsten Bruder des Vaters, und gleich die Verzweiflungsschreie ihrer Oma Marie, ihr Jammern in ihrer lebendigen Erinnerung.)+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

Am Rand der Verzweiflung sucht sie dar+APw-ber, zaudernd zun+AOQ-chst, mit der Mutter zu sprechen. Aber kaum dass die merkt, worum es gehen soll, verbietet sie der Tochter mit strengsten Worten den Mund!

+ANw-ber +IB4-das da+IBw- soll sie +IB4-niemals wieder sprechen+IBw- wollen! Sie w+AOQ-re ungezogen! Sie w+AOQ-re ein +IB4-ganz b+APY-ses M+AOQ-dchen+IBw-, sie h+AOQ-tte +IB4-keinen Verstand!+IBw- (mit zehn Jahren). Das w+AOQ-re +IB4-richtig, was da ist+IBw-. Das w+AOQ-ren dort +IB4-b+APY-se Menschen+IBw-, und +IB4-denen geschieht das recht!+IBw- Sie w+AOQ-re eben +IB4-noch zu dumm!+IBw- Das w+APw-rde sie +IB4-noch nicht verstehen+IBw-. +IB4-B+APY-se+IBw- +IBM- da war es, das Wort aus den +IB4-Briefen+IBw- des

Vaters! +IBM- Der in der Nachbarschaft wohnende Onkel ihres Vaters, Heinrich Ebeling (dort genannt der +IB4-K+APw-rassier+IBw-, ein in den Schrecken des Ersten Weltkrieges erfahrener, immerhin noch r+APw-stiger Invalide) geht mit ihr den Schulweg.

Seine Worte an sie, in bestimmtem Ton vorgebracht:

+IB4-Ilse! Da gehen wir niemals mehr dr+APw-ber! Das ist ganz schlimm!

Das ist b+APY-se! Da liegen tote Menschen unten drunter!

Da gehst du nie wieder lang!+IBw-

Ilse Ebeling darf jetzt nicht mehr den abgek+APw-rzten Weg +APw-ber die Autobahn gehen.

Ab dem +IB4-Sch+APY-nebusch+IBw- +APw-ber die +IB4-Sandbreite+IBw-, den +IB4-offiziellen+IBw- Fu+AN8-weg.

Und trotzdem kann sie -, trotzdem MUSS sie immer noch sehen, und MUSS auch unged+AOQ-mpft h+APY-ren! Denn damals ist die Autobahn noch nicht durch eine solche Steinmauer vom Steinbruch abgegrenzt. Und selbst wenn sie krampfhaft den Blick abwendet, ja die Augen streckenweise zukneift: Allein von dem, was sie H+ANY-REN MUSS, wei+AN8- sie, was dort +IB4-jetzt gerade+IBw- an Schrecklichem passiert! Diese Schreie, dieses harte Knallen, Poltern und Rollen. Menschen (+IB4-Untermenschen+IBw-, das Wort hatte die Mutter ausgesprochen), die dort jetzt gerade, gleich, in diesem Augenblick sterben m+APw-ssen (wie die gekeulten Hausschweine)!

Tot gleich, TOT jetzt! Und sofort diese Stille, danach. Und in ihrem Kopf, in ihrer Seele, da h+APY-ren diese Schreie nicht mehr auf. Vor ihrem inneren Auge st+APw-rzen K+APY-rper. Kurze Zeit sp+AOQ-ter, Schotter dr+APw-ber! Weg! (In ihren gr+APw-blerischen, sp+AOQ-ten Jahren brechen ihr diese +IB4-Bilder+IBw- mehr und mehr wieder auf.
Und sie spricht dar+APw-ber nur zu mir.)

Sprechen? Verboten! Schimpfende Zurechtweisung! +IB4-B+APY-se!+IBw-

Mit dem Lehrer dar+APw-ber sprechen? +IB4-Wehe du unterstehst dich! Wehe!+IBw- Der Pastor in der Kirche? Eine geradezu unnahbare Respektsperson, welches m+AOQ-chtige, ersch+APw-tternde Gotteswort er zu ihr spricht? +IB4-Wehe! Das ist S+APw-nde! Du kommst in die H+APY-lle!+IBw- Sie, die Tochter, will doch unbedingt +IB4-nur GUT+IBw- sein, will stets +IB4-das RECHTE+IBw- tun. Aber was ist das Gute und Rechte? Das jung erwachende Gewissen ist gequ+AOQ-lt. Sie ist zerrissen im Selbstbehauptungskampf zwischen offenkundig ZWEI sich gegen+APw-berstehenden, einander sich in ihrer jeweiligen +IB4-Ethik+IBw- und Normen widersprechenden +IB4-Welten+IBw-.+ACY-nbsp; Voller Beklommenheit, voller Scham und Angst eilt sie diesen deutlich l+AOQ-ngeren Weg. Niemand soll doch der Mutter +IB4-verraten+IBw-, wenn sie den ihr +IB4-verbotenen+IBw- Weg wieder geht. An der Arensburg unter der Autobahnbr+APw-cke hindurch. Fr+APw-he Erz+AOQ-hlungen kommen ihr dort in den Sinn: Da, gleich hinten, die +IB4-Hexenteiche+IBw-! Wo man die +IB4-b+APY-sen Frauen+IBw- hineingeworfen hat. +IB4-Die +IB4-mit dem Teufel im Bunde+IBw-. Waren sie +IB4-wirkliche Hexen+IBw-, wenn sie untergingen und ertranken? Oder waren sie +IB4-wirkliche Hexen+IBw-, wenn das Wasser sie zur+APw-ckwies, wenn sie an der Oberfl+AOQ-che blieben? Und dann eben verbrannt wurden! Tot, ob untergegangen +IBM- oder oben geblieben. Und Ilse beginnt zu gr+APw-beln: +IB4-WER steht denn mit dem Teufel heute im Bunde? ICH doch, ungehorsam, zweifelnd! Oder wer?+IBw-+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

+ACY-nbsp;

Siehe: Klaus Maiwald, Ingmar Everding,

+IB4-Zwangsarbeit im Steinbruch Steinbergen / Offizielles Gedenken an die Opfer st+APYA3w-t bis in die neunziger Jahre auf Ablehnung - Nach Pr+APw-geln unter Ger+APY-llhalden verscharrt+IBw- , April 2009

ZITAT:

Der Schaumburger Steinbruch als +IB4-Au+AN8-enkommando des Arbeitserziehungslagers Lahde+IBw-.

Im Verlauf des Jahres 1944 wurde die Energieversorgung immer schwieriger, sodass die H+AOQ-ftlinge die eineinhalb Tonnen schweren Loren per Hand zu den Verladestationen schieben mussten. Da die Kleidung nicht ausreichte, halbwegs gesund zu bleiben, litten die meisten H+AOQ-ftlinge unter Infektionen und Lungenerkrankungen. Besonders schlimm war es im Winter 1943/44, als eine Typhusepidemie die H+AOQ-ftlinge heimsuchte. (+ICY-)Einige H+AOQ-ftlinge versuchten in ihrer Verzweiflung die Flucht. Doch der Gro+AN8-teil wurde gestellt und an Ort und Stelle erschossen. Andere, die vor Ersch+APY-pfung zusammenbrachen, wurden wegen +IB4-Widersetzlichkeit+IBw- ebenfalls get+APY-tet. (+ICY-)Die W+AOQ-rter waren brutal, wie ein ausgesuchtes Beispiel verdeutlicht: Ein Mann erkannte einen alten Bekannten in der Strafkolonie und w+APw-nschte ihm einen guten Tag. Deshalb wurde er von einem Wachposten mit einem Kn+APw-ppel zusammengeschlagen. Am n+AOQ-chsten Tag traf der Mann seinen Freund wieder und der H+AOQ-ftling bat ihn, ihm Socken mitzubringen, denn es war Winter und er war ohne Socken. Dies wiederum sah ein W+AOQ-rter und schlug den H+AOQ-ftling erbarmungslos mit seinem Gewehrkolben nieder und warnte den Passanten, dass er selbst ins Lager k+AOQ-me, wenn er die Socken bringen w+APw-rde. Dazu kam es dann auch nicht mehr, weil der H+AOQ-ftling nicht mehr in der Kolonne war. (+ICY-)Das durchschnittliche Alter der Get+APY-teten lag bei 26 Jahren; der j+APw-ngste war kaum 15 Jahre alt. Wie viele an den Erkrankungen des Strafaufenthaltes starben, kann man nicht sagen, denn die Listen mit den Toten wurden kurz vor Kriegsende fast vollst+AOQ-ndig vernichtet. (+ICY-) Als im Fr+APw-hjahr 1945 die amerikanischen Truppen immer weiter nach Deutschland vorstie+AN8-en, lautete der Befehl Heinrich Himmlers, die gesamten KZ-Insassen zu t+APY-ten. Doch dies wurde in Steinbergen nicht durchgef+APw-hrt. Stattdessen wurden alle H+AOQ-ftlinge in einen Marsch Richtung Osten geschickt. (+ICY-) Man h+AOQ-tte annehmen m+APw-ssen, dass die Kriegsverbrecher nach Kriegsende in voller H+AOQ-rte bestraft worden w+AOQ-ren. Dies war aber nicht so. Lediglich der Steinbruchbesitzer und ein Vorarbeiter, dem das Pr+APw-geln eines H+AOQ-ftlings nachgewiesen werden konnte, bekamen eine Haftstrafe von 15 Jahren. Sp+AOQ-ter setzte man bei beiden das Urteil auf acht und dann auf f+APw-nf Jahre herunter. Es folgte eine vorzeitige Entlassung wegen guter F+APw-hrung. In einem sp+AOQ-teren +IB4-Entnazifizierungsverfahren+IBw- wurde der Unternehmer als +IB4-entlastet+IBw- eingestuft. Unbehelligt blieben die brutalen Schl+AOQ-ger der Wachmannschaften. (+ICY-) Erst 1953 erhielten 35 der letzten Zwangsarbeiter, die im Steinbruch Steinbergen unter schlimmsten Bedingungen zu Tode gekommen waren und dort unter Ger+APY-llhalden verscharrt wurden, auf dem Friedhof der evangelisch-reformierten Kirche B+APw-ckeburg eine letzte Ruhest+AOQ-tte. Ein Stein, auf dem ihre Namen eingraviert waren, wurde +APw-ber der Grabst+AOQ-tte errichtet. Der j+APw-ngste von ihnen, Wassili Grebenink, war erst 15 Jahre alt.

Der nahe gelegenen Arensburger Papierm+APw-hle an der Aue (+IB4-Wittenborn+IBw-) war ein polnischer Zwangsarbeiter zugeteilt worden. Ganz und gar ungew+APY-hnlich unter der Nazi-Herrschaft in den K+APY-pfen aller Menschen, durfte +IB4-Anton+IBw- (so nannten ihn die Fahrenpl+AOQ-tzer Kinder) manche Tage mit dem Pferdefuhrwerk ganz allein nach Steinbergen zum Bahnhof fahren. Meine Mutter mochte den Anton sehr. Er war so freundlich, vielleicht gar mitleidvoll, das zarte blasse M+AOQ-dchen auf dem Fuhrwerk mit zur+APw-ck zum Fahrenplatz zu nehmen, wenn sie auf Gehei+AN8- der Mutter nach Schulschluss wieder und wieder die schweren Brotlaibe f+APw-r das ganze Haus heranschleppen musste. Er, einer von diesen +IB4-Untermenschen+IBw-!?

Der ZU IHR, ausgerechnet zu ihr, +IB4-gut+IBw- ist!? Das ist ja so, so empfindet sie es ja.

Sie selbst folglich auch und genau so ein +IB4-Untermensch+IBw-?!

Meine Mutter plagte sich, sie gr+AOQ-mte sich, antwortlos:

Aber der Anton war doch auch +IB4-so einer aus dem Osten!+IBw-, vor dem ihr Vater so streng warnte! (Sein +IB4-Geburtstagsbrief+IBw- an die Tochter: ein solches Dokument.)

Dann musste doch auch er, Anton +IB4-b+APY-se+IBw- sein! Aber zu ihr war Anton doch gut.

SIE also?!

Und so wagte sie nicht ihrer Mutter zu gestehen, dass dieser g+APw-tige, freundliche, arme +IB4-Untermensch+IBw- Anton sie mit ihrer schweren Brotlast mitgenommen hatte.

Sie versteckte sich mit den Brotlaiben unter den Armen f+APw-r gute halbe Stunden am Waldrand vor dem Hause Meier, um nicht als zu fr+APw-h kommend aufzufallen.

Denn gleich hinter dem Waldst+APw-ck, da wird zu +IB4-B+ANY-SE!+IBw-, was doch bis eben f+APw-r sie ganz allein noch +IB4-gut+IBw- gewesen war.

Und morgen?!+ACY-nbsp; Muss dann auch Anton von der Halde st+APw-rzen?! WAS war dann mit ihr?! Was w+APw-rde dann mit ihr +IB4-geschehen+IBw-?!+ACY-nbsp; War sie +IB4-gefallen auf die Seite des B+APY-sen+IBw-? In dieser Zeit, wo auf +IB4-Gnade+IBw- niemand hoffen durfte, wo vollstreckt wurde.

Gewissensqualen in unvorstellbarem Ausma+AN8- plagten sie in jede Richtung!

Was soll sie noch glauben, worauf hoffen? Wer mag ihr jemals noch Halt bieten?

+ACY-nbsp;

Der Steinberger +IB4-Kirchen-Posaunenchor+IBw- (zu dem die Ebelings und die Buchmeiers alle geh+APY-rten) blies es ja so frisch und frei: +IB4-Heute geh+APY-rt uns Deutschland, und morgen die ganze Welt!+IBw- Und dass das auch gewiss so kommen w+APw-rde, daf+APw-r war schlie+AN8-lich der Herr +IB4-Steinbruch-Schmidt+IBw- ein zuverl+AOQ-ssiger Garant! Und das sahen alle ihre, Ilses Bezugspersonen so.

So ein paar +IB4-Untermenschen+IBw- als Schotter unter dem geraden Weg der Herren-Rasse in die +IB4-Tausendj+AOQ-hrige Zukunft+IBw-, dar+APw-ber kann doch nur so ein weichliches, erbunw+APw-rdiges G+APY-r heulen. Schade, ist wohl leider etwas aus der Art geschlagen. +IB4-Nun, daf+APw-r haben wir ja +IBM- zur Not +IBM- diese +IB4-Anstalt+IBw- in Rotenburg, nicht wahr, Fritz?+IBw- Ja, dort wirkte ihre Jugendfreundin aus B+APw-ckeburger Zeiten, Schwester Karla!

Alle die +IB4-erwachsenen+IBw- Fahrenpl+AOQ-tzer, sehenden Auges SAHEN sie! Und +IB4-sahen+IBw- mit ihrem von Kirche, Schule und erlauchter Obrigkeit treudeutsch gebeizten Gewissen satt und ruhig dar+APw-ber hinweg. +IB4-Wo gehobelt wird, da fallen Sp+AOQ-ne+ICYgHA-+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

Das Morden im Steinbruch: eine hoheitliche Unternehmung, get+AOQ-tigt durch Menschen +IB4-der eigenen Art+IBw-. Gutgehei+AN8-en und +IB4-abgesegnet+IBw-, ohne dass dar+APw-ber auch nur ein Mensch ein Wort mehr zu verlieren hatte.

+ACY-nbsp;

Zum Ende der Konfirmandenzeit schaffte man sich ein kleines Heft an, in welches sich +IBM- nach dem Herrn Pfarrer, den Lehrern, Eltern und Gro+AN8-eltern die Freundinnen und Freunde einzutragen pflegten mit zumeist fr+APY-mmlich-fr+APY-mmelnden Sinnspr+APw-chen und guten gereimten W+APw-nschen zum weiteren Weg ins Leben, was dann als +IB4-Erinnerung+IBw- wie Mahnung gelten sollte. Per d+APw-nnem Bleistifteintrag wies man vorab jedem seine auszuf+APw-llende Seite zu.

+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

In das Poesiealbum der Ilse Ebeling schrieb, gleich auf der ersten Seite,

der Herr Pastor LOHMANN +IBM- nach Kriegsende! +IBM- sinnigerweise diese Worte:

+IB4-Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu+IBk-.

+ACY-nbsp; Und wenn uns ja will grauen, so bleibt+IBk- s: Der Herr ist treu.+IBw-

Dabei erinnert sich Ilse Ebeling, dass der Herr Pastor (seit 1933!) bis zum j+AOQ-hen Ende des +IB4-Tausendj+AOQ-hrigen Reiches+IBw- noch jeden seiner +IB4-Gottesdienste+IBw- mit einem Segensgebet f+APw-r den F+APw-hrer abzuschlie+AN8-en pflegte. In Treue, ohne Reue, der Gnade der politisch-sozialen General-Absolution teilhaftig geworden. Hallelujah! +ACY-nbsp;(s.o.!)

Das +IB4-Grauen+IBw-, nein, das hat der Gottesmann nicht gekannt. Sauber wie er war.

+ACY-nbsp;

Auf der zweiten Seite des Poesiealbums schlie+AN8-t sich der gleicherma+AN8-en +IB4-gewendete+IBw-, f+APw-r seine nach wie vor ungebrochene Pr+APw-gelleidenschaft in anderen Quellen +APw-ber Steinbergen benannte Herr Lehrer HEINE an:+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

+IB4-Lerne leiden, ohne zu klagen. Lernst du klagen, ohne zu leiden,

+ACY-nbsp; machst du nur ungl+APw-cklich dich und die Deinen!+IBw-+ACY-nbsp;

Er musste jedenfalls nach 1945 nicht +IB4-leiden+IBw- (und vorher auch nicht) +ICY-

Das k+APY-nnte man nennen die +IB4-nicht enden wollende Gegenwart der Vergangenheit+IBw-.

Ilse radierte im Poesiealbum die Seitenzuweisungen an Vater und Mutter aus:

Sie sch+AOQ-mte sich vor ihren Kameradinnen und Kameraden daf+APw-r, dass weder der eine, noch die andere dort etwas f+APw-r die Tochter hineinzuschreiben bereit gewesen waren. Traurig, verzweifelt wohl zun+AOQ-chst, aber mehr und mehr nachdenklich war sie ganz besonders dar+APw-ber, dass ausgerechnet ihr Vater nun so gar nichts mehr zu schreiben sich bereit gefunden hat. Ausgerechnet er, der doch kurze Zeit zuvor noch und immer wieder darin zu gl+AOQ-nzen sich bem+APw-ht hatte, der Ilse so lange und von klugen und gewichtigen Weisungen so geschw+AOQ-ngerte Lehr- und Unterweisungs-Briefe zu schreiben. Sie zu mahnen, doch auf dem rechten Wege zu bleiben, auf dass sie nicht f+APw-r alle Ewigkeit der Verderbnis im Kreise der +IB4-B+APY-sen+IBw- anheim fiele.+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

+ACY-nbsp;

Ihr Poesiealbum weist eine leer gebliebene Seite auf: Auf dem erhalten gebliebenen Gruppenfoto vom winterlichen Heimweg der Fahrenpl+AOQ-tzer Schulkinder stehen neben Ilse ihre Freundinnen Lydia und Edith, links daneben der Friedhelm. Ganz links steht ihr Cousin Ernst-August, der +AOQ-ltere Sohn des Bruders ihrer Mutter. Er als einziger hat sich nicht in Ilses Album eintragen wollen. +IBM- Die Erinnerung an seine ihr damals nicht begreifliche Weigerung kam Ilse immer wieder in erwachsenen Jahren, wenn sie daran denken musste, wie ihre Mutter sie +IBM- immerhin nach Abschluss ihrer eigenen Lehrzeit schon +IBM- +IB4-abkommandierte+IBw-, um diesem Cousin seine ma+AN8-geschneiderten Oberhemden zu b+APw-geln. Dabei wurde ihr auch die Aufgabe zugewiesen, dessen bestens best+APw-ckte Ledertasche mit exquisiten K+APY-rperpflegeartikeln zu s+AOQ-ubern und zu sortieren. So einen Luxus hatte sie bis dahin noch nicht gesehen! Wagte sie selbst es doch kaum sich mal ein Fl+AOQ-schchen Parf+APw-m zu g+APY-nnen, was ihre Mutter ausschlie+AN8-lich bei ihrer Tochter als +IB4-Ungeh+APY-rigkeit!+IBw- zu verurteilten pflegte.

Und sie erinnerte sich: Als sie, das junge +IB4-EVO+IBw--Lehrm+AOQ-dchen, an jedem Wintermorgen zwischen sieben und halb acht Uhr die B+APw-rgersteig vor ihrem Lehrgesch+AOQ-ft in der Rintelner Weserstra+AN8-e von Schnee und Eis zu befreien, Hundekot sowie andere Hinterlassenschaften der vorangegangenen Nacht zu entfernen hatte, da schlenderte auf dem Weg von der Bushaltestelle zum+ACY-nbsp; Gymnasium der besagt Cousin seine Aktentasche schwenkend mit Hohngrinsen an ihr vorbei, und gr+APwA3w-te sie immer wieder mit diesen Worten: +IB4-Morgen Cousinchen! Na, schon sch+APY-n flei+AN8-ig?+IBw-

WER DENN DIESE FRAU WAR, die +IB4-das+IBw- berichtet hat? M+APY-gen einige n+AOQ-here Angaben vielleicht f+APw-r ein n+AOQ-heres Verst+AOQ-ndnis hilfreich sein.+ACY-nbsp;

Der komplexe famili+AOQ-re Hintergrund des Heranwachsens und der Bewusstwerdung setzte sich wie folgt zusammen:

+ACY-nbsp;

Der Vater Fritz Ebeling, Erstgeborener und Hauserbe, Steinberger NSDAP-Parteimitglied der +IB4-Ersten Stunde+IBw-, tagt+AOQ-glich das Parteiabzeichen stolz am vorgestreckten Revers, Partei-Kassenwart und +IB4-Schriftf+APw-hrer+IBw-, wurde zu Beginn des +IB4-Russlandfeldzuges+IBw- 1941 eingezogen.

Die Mutter Lina (Buchmeier), aus Jungm+AOQ-dchenjahren d+APw-nkelhaft gepr+AOQ-gt durch ihr verbr+AOQ-mtes +IB4-in-Stellung-gewesen-sein in B+APw-ckeburg!+IBw-, sie hatte sich inst+AOQ-ndig einen Jungen als erstes Kind erw+APw-nscht, sozusagen ihrer +IB4-Planung+IBw- gem+AOQA3w- v+APY-lkisch-pseudowissenschaftlicher +IB4-Schulung+IBw- (dort gefundene +IB4-Schriften+IBw- hier noch vorhanden!)+ACY-nbsp; entsprechend unbedingt und +IB4-ganz sicher+IBw- erhofft, weswegen sie ihrer Tochter von Anbeginn an kaltherzig, fordernd, ja sogar lieblos begegnete. (+ICY-ein ihr unbegreiflicher +IB4-Fehlwurf+IBw-, ein +IB4-Los+IBw-, welches sie als Mutter +IB4-unverdient+IBw- zu tragen h+AOQ-tte)

Sich im Vergleich zu Nachbarskindern sehen m+APw-ssend entwickelte meine Mutter bei allem notgedrungenen Gehorsam in ihrem abh+AOQ-ngigkeitsbedingten Existenzbed+APw-rfnis schon fr+APw-h eine skeptische, forschende und +AOQ-u+AN8-erst wachsame und bald nach Gr+APw-nden, Erkl+AOQ-rungen und Wegen suchende kritische Distanziertheit.

Mit im Elterhause wohnten die Gro+AN8-eltern, der Opa Giftgas-Invalide aus dem Ersten Weltkrieg, die Oma Marie an nicht erkanntem Diabetes fr+APw-h erblindet. Der greise Urgro+AN8-vater, +IB4-Erbauer+IBw- des Hauses und einstiger Mitbegr+APw-nder des +IB4-Posaunenchores+IBw- der Steinberger Kirche, geschildert als grantig und wortkarg. Der +AOQ-lteste Onkel, August EBELING, einer der ersten +IB4-SS-M+AOQ-nner+IBw- von Steinbergen, eine gro+AN8-e +IB4-Kameradschafts-Kanone+IBw- in jeglicher Hinsicht, stets gestiefelt in schwarzer Uniform und +IB4-ballerw+APw-tig+IBw- mit einer Pistole +IB4-08+IBw- bewaffnet, 1939 ein Schild vor dem Hause aufpflanzend mit der Aufschrift +IB4-Juden und Hausierer verboten!+IBw- (An der Gewalttat gegen den Steinberger Schlachtermeister L+APY-wenstein war er aktiv beteiligt!) Der zweit+AOQ-lteste Onkel, eher ein Gem+APw-tsmensch mit Ehefrau, laut Eltern +IB4-bildh+APw-bscher+IBw- blonder Tochter und zwei S+APY-hnen. Die Tante und der dritt+AOQ-lteste Onkel, beide noch unverheiratet.+ACY-nbsp; - Die +IB4-M+AOQ-nner+IBw- der Sippe hatten seit drei Generationen gearbeitet auf der Glash+APw-tte HEYE in Obernkirchen. Den Pastoren der Steinberger (Schaumburg-Lippischen) Kirche waren sie bedingungslos h+APY-rig, was sich besonders darin ausdr+APw-ckte, dass man sich jeglicher Form von Arbeiterbewegung unbedingt fern hielt. Die +IB4-EBELINGS+IBw- waren den Fabrikherren +IB4-treueste Streikbrecher+IBw-, weil der Pastor ihnen die Teilnahme strikt verboten hatte! Als man an der +IB4-Boombeeke+IBw- einmal Warnsch+APw-sse auf die Feierabendheimkehrer abgegeben hatte, erwirkte die Mutter Marie, dass wenigstens der J+APw-ngste f+APw-r einige Tage der Arbeit fern bleiben durfte. +IBM- Die +IB4-Posaunenchor-Ebelings+IBw- hatten ein Repertoire, welches nach ihrem niemals hinterfragten Selbstverst+AOQ-ndnis auch die martialischsten, die den vaterl+AOQ-ndischen Krieg verherrlichenden Lieder und +IB4-Hymnen+IBw- umfasste. Der Steinberger Pastor lie+AN8- diese gar im Rahmen seiner +IB4-Gottes-Dienste+IBw- erklingen! Als sie einmal 1919 zu blasen begonnen hatten +IB4-Lieb Vaterland, magst ruhig sein+IBw-, da wunderten sie sich doch tats+AOQ-chlich, dass M+AOQ-nner von der Rintelner Glash+APw-tte ihnen Schl+AOQ-ge androhten.+ACY-nbsp; +IBM- Der Vater Fritz Ebeling, als strammer und geflissentlicher PG schon sehr bald im Rang +IB4-bef+APY-rderter+IBw- und nunmehr aus jeder Schusslinie geholter +IB4-Ausbilder+IBw-, schreibt seiner Tochter (hier erhaltene) +IB4-gestrenge Erbauungsbriefe+IBw-, sie ermahnend, sie warnend vor den +IB4-b+APY-sen, unwilligen, undeutschen Menschen+IBw-, mit denen er sich dort im Osten ja tagt+AOQ-glich so m+APw-hevoll herumplagen m+APw-sste. Sie solle sofort ihrer Mutter sofort Meldung erstatten, wenn sie von solchen gef+AOQ-hrlichen Zeiterscheinungen erfahre! Und sich von ihr entsprechende Anweisungen einholen. Sonst werde auch sie selbst unweigerlich +IB4-b+APY-se+IBw-! Und dann g+AOQ-be es keine Rettung mehr+ICY-+ACY-nbsp;

Das +IB4-Haus Ebeling Fahrenplatz 47+IBw- war DAS BRAUNE HAUS am Platz.

Das gewohnte eingleisige +IB4-Abendgerede+IBw- im Hause Ebeling galt der Pflege der Selbstverliebtheit, dem Hochhalten der Mythen und Legenden um die Onkels des Fritz,

wie nicht zuletzt dem Herabw+APw-rdigen der +IB4-Anderen+IBw-, dem Gros der Nachbarschaft.+ACY-nbsp;

Nur das Existieren meiner Mutter, des +IB4-M+AOQ-dchens+IBw- galt als +IB4-heilige Pr+APw-fung+IBw-, als +IB4-B+APw-rde+IBw-. Ein unbegreiflicher Irrl+AOQ-ufer der Vorsehung. Das M+AOQ-dchen muss zum Dienen erzogen sein! F+APw-r sie galt den Eltern jede Form h+APY-herer Schulbildung als g+AOQ-nzlich unangebracht.+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

+ACY-nbsp;

1942 k+APw-ndigte sich den Eheleuten Ebeling endlich der lang ersehnte Sohn an, f+APw-r den schon zum Jahr 1934 der wahrhaft programmatische Name +IB4-Reinhold+IBw- auserkoren gewesen war. Die erl+APY-st-+APw-bergl+APw-ckliche Mutter Lina soll ihm immer wieder als Wiegenlied vorgesungen haben +IB4-Tochter Zion+IBw-: +IB4-Sieh, dein K+APY-nig kommt zu dir! Ja er kommt, der Friedensf+APw-rst!+IBw- Allerdings hatte Vater Fritz schon Jahre zuvor vorsorglich den so genannten (hier erhaltenen)

+IB4-Gro+AN8-en Ariernachweis+IBw- fertigen lassen, damit sein einstmals zur Welt kommender Sohn (+IB4-Friedensf+APw-rst+IBw-?) im heraufbrechenden +IB4-Tausenj+AOQ-hrigen Reich+IBw- als der geborene +IB4-Herrenmensch+IBw- nicht etwa noch in eine der dann abgewirtschafteten Schulen alter Art (dazu siehe unten +ACo-) w+APw-rde gehen m+APw-ssen. Nein, erst kaum in den Windeln, war er schon +IB4-eingeschrieben+IBw- f+APw-r die gerade entstandene +IB4-NS-Junkernschule Braunschweig+IBw-! Der +IB4-Gro+AN8-e Ariernachweis+IBw- war hier zwingend vorgeschrieben. In diesem +IB4-Geiste+IBw- wurde der +IB4-Reinhold+IBw- in das Leben geschickt +IBM- von der Mutter ewig weiterhin +IB4-besungen+IBw-, und scheiterte aber voll und ganz, bis zu seinem fr+APw-hen trostlos elenden Ende. (Wenn es nicht so schlimm w+AOQ-re, m+APY-chte man es eine Ironie der Geschichte nennen: Wohl auch eine Ausbildungseinheit der +IB4-NS-Junkernschule Braunschweig+IBw- hatte sich in den letzten Kriegstagen in den ganz alten Steinbruchanlagen gleich +APY-stlich hinter dem +IB4-Schmidtschen Steinbruch+IBw- verschanzt,
+ACY-nbsp;um zum heldenhaften Endsieg beizutragen.)
+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

( +ACo- ) Zum Verst+AOQ-ndnis dieser +IB4-Haltung+IBw-, von eben diesen Eltern eingenommen gegen+APw-ber +IB4-der Schule+IBw- muss man f+APw-r eine zuk+APw-nftig intensivere Erforschung davon ausgehen, dass die NS-Ideologie schon sehr viel fr+APw-her und wesentlich tiefer in die K+APY-pfe der Bev+APY-lkerung eingedrungen war, als es in der Geschichte der Schulp+AOQ-dagogik bis heute gemeinhin angenommen wird. Bereits an der Basis schienen diese Eltern exakt den +IB4-Vorstellungen+IBw- +APw-berzeugt zu folgen , wie sie Hitler am 05. M+AOQ-rz 1933 im Kabinett verk+APw-ndet hatte:

+ACY-nbsp;

+IB4-Meine P+AOQ-dagogik ist hart. Das Schwache muss weggeh+AOQ-mmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewaltt+AOQ-tige, herrische, unerschrockene Jugend will ich. Schmerzen muss sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und nichts Z+AOQ-rtliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muss erst wieder aus ihren Augen blitzen. Das ist das erste und wichtigste.

So merze ich die Tausende von Jahren der menschlichen Domestikation aus.

So habe ich das reine, edle Material der Natur vor mir. So kann ich das Neue schaffen.

Ich will keine intellektuelle Erziehung. Mit Wissen verderbe ich mir die Jugend.+IBw- +ACY-nbsp;

(zitiert nach Rauschning)

Hitlers Vorstellungen einer derartigen +IB4-Herrenmenschen-P+AOQ-dagogik+IBw- gem+AOQA3w- der Ideologie des nunmehr anbrechenden +IB4-Tausendj+AOQ-hrigen Reiches+IBw- war also l+AOQ-ngst schon angekommen in diesen Schichten und von ihnen bedingungslos verinnerlicht worden, weswegen sie bereits aktiv damit begannen, die prophezeite und ersehnte +IB4-Zukunft+IBw- insbesondere ihrer S+APY-hne streng +IB4-programmm+AOQA3w-ig+IBw- zu planen. Die derzeit noch bestehende +IB4-Schule+IBw- galt ihnen folglich als ein +IB4-versagt habendes Instrument+IBw- der nunmehr bereits +APw-berholten +IB4-Klassen- und Standeserzeugung+IBw-, dieses eine Haltung zunehmend voller Ablehnung, ja sogar Missachtung, wie Eltern sie ihren S+APY-hnen in stetig steigendem Ma+AN8-e unverhohlen vermittelten, unterstrichen durch lebhafte und in der Tendenz gesteigerte, oft zerrbildhafte +IB4-Erz+AOQ-hlungen+IBw- eigenen +IB4-Erlebt-Habens+IBw- zu Person und Handeln ihrer eigenen einstmaligen +IB4-Schulmeister+IBw- (so exemplarisch f+APw-r Steinbergen: der als schrullig verschroben und die neue Zeit nicht erkennen k+APY-nnende +IB4-Kantor Finhold+IBw-). Womit sie sich herauszuheben suchten als allein sich selbst gebildet habende Menschen, n+AOQ-mlich mit dem +IB4-urgesunden+IBw- Herkommen aus den +IB4-Ur-Wurzeln+IBw- ihrer Sippe, ihres Stammes, ihres +IB4-Blutes+IBw-. (+ICY- die +IB4-Ebelings+IBw-!) +ACY-nbsp;Und ein ganz wesentlicher Faktor verst+AOQ-rkte diese Art der Weltsicht umso mehr: Die mit Hilfe der Herrn Pastoren zum Zwecke der Erstellung jener +IB4-Arier-Nachweise+IBw- f+APw-r ihre S+APY-hne herangezogenen KIRCHENB+ANw-CHER best+AOQ-tigten ihnen doch +IB4-urkundlich+IBw- ihre reinste Abstammung gem+AOQA3w- jener Ideologie von +IB4-Deutschem Blut und Boden+IBw-, seit 1648 (SIC!) womit genau sie vorbestimmt waren als die einzig wahre Elite der +IB4-Herrischen, Unerschrockenen+IBw-, dem +IB4-reinsten edelsten Material+IBw-+ACY-nbsp; zur Schaffung des +IB4-von keinem intellektuellen Wissen mehr verderbten Neuen+IBw-. +ACY-nbsp;Reinhold Ebeling das Resultat, hochm+APw-tig und dreist, unbef+AOQ-higt ein +IB4-Genie+IBw-. Tot mit 58, v+APY-llig verkommen, seit der Jugend bereits dem Alkohol verfallen.+ACY-nbsp; +ACY-nbsp;

+ACY-nbsp;

Ein Wort noch zu +IB4-den Fahrenpl+AOQ-tzern+IBw-: Sie waren allesamt Profiteure des Baus der +IB4-NS-Reichsautobahn+IBw-. Bares Geld floss in ihre Taschen durch Vermietung von Schlafstellen und Zimmern an die Arbeiter, durch Kost und Logis. Der Hausverkauf von Flaschenbier und Zigarren florierte. Ungeahndet, und damit bei reinstem Gewissen praktizierten sie alle die umfassendste Selbstbedienung an Material und Ger+AOQ-tschaften jedweder Art. Gar bis in die siebziger Jahre hinein hatte man Vorr+AOQ-te an Bauholz, Asphalt, Schrauben und N+AOQ-geln, Lampen und Lampen+APY-l, Hacken, Schaufeln, Schubkarren usw. Wenn einem also +IB4-so viel Gutes+IBw- geschehen war, dann konnte +IB4-DAS DA neben der Autobahn+IBw- doch unter gar keinen Umst+AOQ-nden +IB4-b+APY-se+IBw- gewesen sein!+ACY-nbsp; Nur eben allein +IBM- DIESEN BODEN DA BETRETEN, +APw-ber den alten Schotterhalden, da dr+APw-ber gehen, DAS konnte KEINER von ihnen! Aber gefragt +IB4-warum denn nicht?+IBw-, blieb man ohne Antwort. Gern holte man sich mal seinen Weihnachtsbaum selbst aus dem Wald. Mit Weib und Kind ging man Beeren und Pilze sammeln, oder Feuerholz. Nur dieser Boden da, der war +IB4-tabu+IBw-.

+ACY-nbsp;

Ich selbst, in meinem sechsten Lebensjahr, wurde von dem greisen aber noch erstaunlich r+APw-stigen Heinrich Ebeling, dem +IB4-K+APw-rassier+IBw-, mitgenommen, wenn er zur Aufbesserung seiner Rente im Auftrag des F+APY-rsters in genau diesen Wald ging, um dort die Neuanpflanzungen zu pflegen. Immer gingen wir, wie vor Zeiten bereits meine Mutter auf ihrem Schulweg, direkt +APw-ber die Autobahn! Und dann kam es auf mich, was ich damals noch weniger verstand, als bei den schrecklichen Geschehnissen meine zehnj+AOQ-hrige Mutter. +IB4-Onkel Heinrich+IBw- sagte es zu mir: +IB4-Da gehen wir nicht dr+APw-ber! Das ist eine b+APY-se Stelle! Da unten liegen Menschen!+IBw-

Dieser Heinrich Ebeling, er hatte stets eine gewisse aber deutliche Distanz zum +IB4-neuen Hause Ebeling+IBw- seines Neffen Fritz und dessen Ehefrau Lina gehalten: Mit den beiden war nach seinem Empfinden ein +IB4-Ungeist+IBw- eingekehrt in das alte Haus der Ebelings am Fahrenplatz. Das dort praktizierte Schwadronieren im NS-Jargon +APw-ber die Generationen der Onkels, der Vorv+AOQ-ter, womit man diese zu vereinnahmen suchte f+APw-r eine eigene aktuelle wie besonders zuk+APw-nftige +IB4-Gr+APYA3w-e+IBw-, das war ihm schlicht zuwider. Die Reden des Fritz Ebeling bei Ausbruch des Krieges gegen Russland 1941: +IB4-Da gehen wir durch wie die Schei+AN8-e durch die Gans!+IBw-+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

Ilse Ebeling mag ihren Gro+AN8-onkel von fr+APw-h an und bis zu seinem Tode vielleicht angesehen haben als den letzten, den alleinigen Aufrechten und Untadeligen der lange vergangenen +IB4-Ebelings+IBw-. Dem Pastor wie auch dem Lehrer konnte sie deren +IB4-Haltung+IBw- wie auch deren anschlie+AN8-ende +IB4-Wendung+IBw- niemals verzeihen. Das Trauma selbst verlie+AN8- sie niemals mehr.

Ilse Ebeling ging in Rinteln in die Lehre, damals nannte man den Beruf noch +IB4-Verk+AOQ-uferin+IBw-, im Kaufhaus +IB4-EVO+IBw-. Aus ihren erhaltenen Berufsschulzeugnissen geht hervor, dass sie eine in ihren Leistungen ganz ausgezeichnete Sch+APw-lerin war. Deutsch, kaufm+AOQ-nnisches Fachrechnen und Buchhaltung, Warenkunde, das waren ihre liebsten F+AOQ-cher. Der t+AOQ-gliche Weg vom Fahrenplatz nach Rinteln war besonders in der dunkleren Jahresh+AOQ-lfte durchaus beschwerlich wenn man bedenkt, dass Ilse als Lehrm+AOQ-dchen in der Fr+APw-he um sieben Uhr dort zu beginnen hatte. Wenn es dann wieder ihre +IB4-Aufgabe+IBw- war, den B+APw-rgersteig vor dem Schaufenster der Lehrfirma von Schnee und Eis zu befreien und die Spuren der Nacht zu beseitigen, von Hundekot und sonstigem Dreck zu s+AOQ-ubern, dann kam so kurz vor acht Uhr von der Bushaltestelle am Pferdemarkt ihr j+APw-ngerer Cousin Ernst-August mit seiner Aktentasche vorbeispaziert auf dem kurzen Weg zum +IB4-Ernestinum+IBw-. Er pflegte sie dann ganz jovial zu gr+APwA3w-en mit den Worten: +IB4-Morgen Cousinchen! Na? Wie geht+IBk-s? Schon flei+AN8-ig?+IBw-

Ilse suchte die Frostbeulen an ihren aufgesprungenen H+AOQ-nden zu verbergen, und erwiderte in freundlicher Ergebenheit knapp diesen seinen +IB4-Gru+AN8gHA-. Dieser Vetter, auch er zuweilen einer, der mit ihr und den anderen jenen Schulweg nach Steinbergen gegangen war. Er stammend aus einem Elterhause, gleich neben dem ihren gelegen, wirtschaftlich und sozial ganz und gar vergleichbar dem ihren. Er mit Leistungen in der Steinberger Grundschule, welche +APw-ber die ihrigen niemals hinausgeragt hatten. Und dass sie +IB4-nur ein M+AOQ-dchen+IBw- war, und deswegen das Gymnasium nichts f+APw-r sie gewesen w+AOQ-re, das konnte allein deswegen so nicht stimmen, weil doch auch ihre alte Fahrenpl+AOQ-tzer Freundin Lydia zum +IB4-Ernestinum+IBw- hatte gehen d+APw-rfen, wenn auch nur f+APw-r knappe zwei Jahre. Nein, der wahre Grund lag allein in der Haltung von Mutter und auch Vater ihr gegen+APw-ber. Wohin h+AOQ-tte das denn gef+APw-hrt, wenn Ilse mit ihrem viel zu wachen, ihrem viel zu kritischen Denken und F+APw-hlen diesen Weg einer H+APY-heren Schulbildung h+AOQ-tte beschreiten d+APw-rfen? Einen Weg so fatal f+APw-r das ideologisch weiterhin im Welterkl+AOQ-rungsgef+APw-ge des nach wie vor im Ungeist einer NS-Ideologie verwurzelten Selbstverst+AOQ-ndnisses ihres Elternhauses!

Ja, so war also diese Welt, gestern wie heute. +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

In Obernkirchen fand sie in den sechziger Jahren Arbeit in der Buchhandlung +IB4-W.C. Ilsemann+IBw-. In ihren letzten T+AOQ-tigkeitsjahren war sie angestellt in der Rintelner Buchhandlung Wilhelm Droste, wo sie das Bertelsmann-Center leitete. Ja, ihre gro+AN8-e Leidenschaft war das damals im Elterhaus +IB4-verteufelte+IBw- Lesen. Sie liebte die Musik, eher die klassische als die leichte. Sie wanderte gern. Und sie war im Freibad abonniert: Aus der ganzen Fahrenpl+AOQ-tzer Sippe war sie der einzige Mensch, der schwimmen konnte. Das hatte sie sich als junges M+AOQ-dchen heimlich ganz allein beigebracht im Staubecken des M+APw-hlenbaches! (genannt: +IB4-Sch+AOQ-pern-Kolk+IBw-)

Meine Mutter, und so hat fr+APw-hes Erleben sie gepr+AOQ-gt, so hat sie sich an der Wirklichkeit geformt, sie verabscheute Mythos, Bigotterie und Scheinheiligkeit.

Sie war ein rationaler, n+APw-chterner, und immer wieder viel zu skeptischer Mensch. Aller Trubel, alles gef+AOQ-llige Geschmeichel war ihr verd+AOQ-chtig, Gealbere jeder Art mied sie. Kirchen, Parteien, Vereine, die mied sie konsequent, aus leidlicher Erfahrung bestimmt. Und mit den Jahren mehr und mehr Begegnungen und Erfahrungen machen m+APw-ssend, welche sie in ihrer desillusionierten Haltung nur noch best+AOQ-tigten.+ACY-nbsp; +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

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W+AOQ-hrend allein schon die Mordtaten im Steinbruch als Ausl+APY-ser eines schweren, ja lebenslang belastenden und die Wege des Lebens immer wieder mit beeinflussenden Traumas jedem mit moralischen Grundwerten ausgestatteten Menschen objektiv nachvollziehbar sein sollten, bekommt f+APw-r Ilse dieses Erleben noch eine eigene, sehr viel tiefere und umfassendere Dimension. Zudem noch vor dem famili+AOQ-ren Hintergrund ihres ganz pers+APY-nlichen Gestellt-Seins, n+AOQ-mlich als die seit der Geburt des von Mutter und Vater von Anbeginn so hei+AN8- ersehnten Bruders im Jahr 1942 nun umso mehr Zur+APw-ckgesetzte.+ACY-nbsp; +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

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Es explodiert in ihr ein niederdr+APw-ckendes Schuldgef+APw-hl: +IB4-Ich begehe eine b+APY-se Tat!+IBw- Sie verst+APYA3w-t gegen +IB4-Gebote+IBw-, sie hat +IB4-Verbote+IBw- missachtet! Sie hat ihre +IB4-sittliche Pflicht+IBw- zur Treue gegen+APw-ber dem +IB4-Wort+IBw- des Vaters gebrochen! Ihre +IB4-Bequemlichkeit+IBw-, sich auf dem Pferdewagen heimw+AOQ-rts fahren zulassen. Ihre +IB4-Ungezogenheit+IBw-, dies nicht der Mutter zu +IB4-beichten+IBw-. Und in allem diesem Tun auch noch zu +IB4-vertrauen+IBw- ausgerechnet so einem von diesen der +IB4-Welt des B+APY-sen+IBw- zugeh+APY-rigen +IB4-Untermenschen+IBw-, vor denen sie der Vater in seinen Feldpostbriefen warnt! Er, der +IB4-f+APw-r seine Familie sich aufopfernd+IBw- jeden Tag +IB4-im Osten!+IBw- sein Leben zu verlieren riskiert durch eben genau solche +IB4-Russen, Polen, Untermenschen+IBw-!

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Und zugleich begeht sie doch diese Unterlassungss+APw-nde gegen+APw-ber dem +IB4-Polen Untermenschen+IBw- Anton, wenn sie wieder +IB4-aus Bequemlichkeit, aus Faulheit!+IBw- auf den Pferdewagen klettert. Den Anton durch ihre +IB4-verlogene Bequemlichkeit und Faulheit+IBw- in die Gefahr bringt, vielleicht +IB4-gleich morgen schon+IBw- abgeholt und ebenfalls umgebracht zu werden! Woran dann sie ganz allein die Schuld zu tragen hat! +IB4-W+AOQ-re ich doch blo+AN8- nie auf den Pferdewagen gestiegen!+IBw- Ilse sieht sich verantwortlich f+APw-r +IB4-etwas+IBw-, das ihretwegen gleich, +IB4-Morgen schon+IBw- geschehen kann. Aber dieses M+AOQ-dchen da ganz allein an der Stra+AN8-e, mit den B+APw-ndeln auf dem Arm, dem selbst so armen Polen hat sie doch nur leid getan. +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

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Ilse, der ein Heimweg von dann fast vier Kilometern bevorsteht. Sommer wie Winter. Mit der Last von drei, vier schweren Brotlaiben, zus+AOQ-tzlich zum Schulranzen. Auf kaum noch zu flickenden Schuhen laufen m+APw-ssend, die ihr mit ihrem Wachstum noch immer dr+APw-ckender werden. Mit enger werden, kaum w+AOQ-rmenden oder gegen Regen sch+APw-tzenden Jacken. Denn alle +IB4-Marken+IBw- f+APw-r die rationierten Stoffe m+APw-ssen nun aufgewendet werden f+APw-r den zwei, drei Jahre alten Bruder Reinhold!+ACY-nbsp;

Gewissensbisse, Selbstvorw+APw-rfe, oder +IB4-etwas+IBw-, das sie sich kaum einzugestehen wagt?

Qu+AOQ-lende Schuld lastet auf Ilse. Durch ihr Tun, durch ihr Unterlassen, f+APw-hlt sie sich unheilbar verstrickt. Denn mit nicht minder empfundener Schuld beginnt sie zu zweifeln! Dieses Zweifeln, das sie sich doch nicht einzugestehen wagt!

Diese Menschen, deren Ermordung sie gleich neben ihrem Schulweg hat miterleben m+APw-ssen. Diese Taten, +APw-ber welche zu sprechen ihr die eigene Mutter als doch die engste Bezugsperson im Leben mit zornig-strengen Worten verboten hat. Ilse, als junges M+AOQ-dchen der Verzweiflung zu schutzlos nahe ausgesetzt, darin fr+APw-h schon in der Entwicklung ihrer moralischen Normen gefordert, sie beginnt zu zweifeln. Und findet darin ihr im Trauma zugleich so einsames +IB4A3A-berleben+IBw-.

Und so sagt sie sich, und auch darin voller Scham: +IB4-B+APY-se oder Gut!+IBw- +IB4-Gut und B+APY-se?+IBw- Was Mutter und Vater vorgeben, und mit ihnen +IB4-Lehrer und Pastor+IBw-, ist das das alleinige reine +IB4-Gute+IBw-? Was da im Steinbruch wieder und wieder geschieht, dass dort +ACY-nbsp;angeblich +IB4-b+APY-se+IBw- Menschen umgebracht werden und schnell unter Schotterhalden verschwinden. Menschen genau wie der Anton! Wenn das +IB4-gut+IBw- ist, was an den +IB4-B+APY-sen+IBw- geschieht, was ist dann sie selbst? Warum will ihr keiner von den +IB4-Guten+IBw- darauf Antwort geben, auf diese Frage, die sie ja denen gar nicht stellen darf, gar nicht mehr zu stellen wagt. Was diese +IB4-Guten+IBw- ihr an f+APw-r +IB4-gut+IBw- zu haltendem vorgeben, das kann f+APw-r Ilse nicht +IB4-allein gut+IBw- mehr sein. Kann sie allein f+APw-r sich noch +IB4-gut+IBw- sein? Wie viel +IB4-B+APY-ses+IBw- ist da in ihrem unbedingt doch +IB4-Gut-Sein-Wollen+IBw-?

Ja sind denn nicht etwa jene ihr als +IB4-die B+APY-sen+IBw- hingestellten nicht wenigstens so +IB4-gut+IBw-, wie sie selbst?

+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

1934: Eine junge Ehefrau verliert jegliche Facon, als die Hebamme ihr mitteilt, das gerade geborene Kind w+AOQ-re ein M+AOQ-dchen.

+ACY-nbsp;

Genau fast auf den Tag neun Monate zuvor, n+AOQ-mlich am sorgf+AOQ-ltig vorausgeplanten, am +IB4-vorausberechneten+IBw- Sonntag, den 1. Oktober 1933 findet am Fahrenplatz die Hochzeit von Lina und Fritz Ebeling statt. Auf dem Gruppenfoto zeigt die Braut dem Betrachter mit leicht nach vorn geneigtem Kopf den +IB4-Jungfernkranz+IBw-. Die Brautleute stehen fest auf Deutschem Boden, mit einem pr+AOQ-zise gefassten +IB4-Programm+IBw- f+APw-r die famili+AOQ-re Zukunft! Der Br+AOQ-utigam bereits entschiedenes Mitglied in der +IB4-Partei+IBw-, Abzeichen am Revers, die doch im Fr+APw-hjahr bereits, am 5. M+AOQ-rz mit 43,3 Prozent landesweit abgeschlossen hatte.+ACY-nbsp; +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

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Im nachgelassenen B+APw-cherbestand der Eltern Lina und Fritz Ebeling (neben dem so genannten +IB4-Realienbuch+IBw-, einem zerfledderten +IB4-Platen+IBw-, einer alten fleckig vergilbten, +ACY-nbsp;und einer neueren offensichtlich unber+APw-hrten Bibel, zwei Kirchengesangb+APw-chern, einigen Druckwerken der NS-Ideologie sowie diversen schw+AOQ-rmerischen +IB4-Bet-B+APw-chlein+IBw-, einem +IB4-Christlichen Vergissmeinnicht+IBw-) fand sich das folgende, in seiner bedenklichen Eindeutigkeit f+APw-r diese Familie aufschlussreiche Werk:

+ACY-nbsp;

Dr. August v. BOROSINI, +IB4-Geschlechtsvorausbestimmung bei Mensch und Tier, Forschungsergebnisse und deren praktische Anwendung durch die Gebildeten aller St+AOQ-nde+IBw-, Dresden 1921 (Verlag Emil Pahl)

(Borosini ein +IB4-medizinisch renommierter+IBw- Autor, der wieder entdeckt wurde in den f+APw-nfziger Jahren, +IB4-Steinmetz-Verlag+IBw- 1958, und sogar aktuell seit 2011! In den USA und den Niederlanden. +IB4-Son or Daughter by Choice+IBw-, +IB4-Choosing the Sex of Your Child+IBw-)

+ACY-nbsp;

Die Mutter Lina, als sie in jungen Jahren +IB4-in B+APw-ckeburg in Stellung+IBw- war, verkehrte dort in landeskirchlich geleiteten Kreisen, wo man aus national-propagandistischen Gr+APw-nden diesen jungen Frauen parallel zu einer alltagsgef+AOQ-lligen geistlichen Kost +IB4-wissenschaftliche Anleitung+IBw- angedeihen lie+AN8- im Bereich +IB4-Volksgesundheitspflege+IBw-, +IB4-Rassenhygiene+IBw- und +IB4-gesunder zukunftsorientierter Familienplanung+IBw-.+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

+ACY-nbsp;

Allein das blo+AN8-e Vorhandensein dieser Schrift beweist das Bestehen einer +IB4-festen +ANw-berzeugung+IBw- dieser jungen Brautlaute Lina und Fritz Ebeling, dass allein mittels einer derart im intimsten Detail angeleiteten gyn+AOQ-kologisch-kalendarischen +IB4-Planung der Hochzeitsnacht+IBw- sowie ihres sexual-gymnastischen Ablaufes und der dabei zu denken den +IB4-Bilder+IBw- auf unfehlbare Weise ein erstgeborener Nachkomme m+AOQ-nnlichen Geschlechts hervorzurufen w+AOQ-re.

Dass nun aber als Erstgeburt ein M+AOQ-dchen auf die Welt kommen musste, dies werteten die Eheleute als ein ungerechtes Versagen der Natur, ja als eine +IB4-Pr+APw-fung der Vorsehung+IBw-, wenn sie sich nicht ansehen lassen wollten als +IB4-erb+AOQ-rmliche Versager in der Planung+IBw-!+ACY-nbsp;

+ACY-nbsp;

Ilse Ebeling verabscheute jede Form von +IB4-Plattdeutschelei+IBw-, die sie als nachge+AOQ-fft oder auch wichtigtuerisch anbiedernd empfand: Ihre Gro+AN8-eltern, die ihr stets in Liebe heilig waren, die erblindete Marie und der schwer kriegsversehrte August Ebeling sprachen ausschlie+AN8-lich +IB4-Platt+IBw-. Ebenso verabscheute sie die so landl+AOQ-ufige +IB4-Weihnachts-Seligkeit+IBw-, n+AOQ-mlich mit zwanghaftem Absingen der Lieder +IB4-Stille Nacht+IBw- (+ICY- das traute hochheilige Paar), +IB4-Es ist ein Ros+IBk-entsprungen, aus einer Wurzel zart+ICYgHA- und ganz besonders +IB4-Tochter Zion+IBw- (Gesang der Mutter an der Wiege des Bruders Reinhold, und das ganzj+AOQ-hrig!). Ein Weihnachten ohne Ankl+AOQ-nge und Gedanken solcher sie selbst als geradezu +IB4-Fehlgeburt+IBw- doch erniedrigenden Art jemals wirklich frei und erf+APw-llend erleben zu d+APw-rfen, so sehr sie sich immer danach gesehnt zum +IB4-Fest der Liebe+IBw-, das war ihr niemals mehr verg+APY-nnt.+ACY-nbsp;

+ACY-nbsp;

Geradezu angstvoll-skeptisch, wie eine vom +IB4-Verstehen+IBw- Versto+AN8-ene, stand sie +IB4-der Kirche+IBw- gegen+APw-ber. Der Steinberger Pastor Lohmann nahm dabei einen zentralen Platz in ihrem Gr+APw-beln +APw-ber das +IB4-angeblich ewig Gute+IBw- in Glauben und Kirche ein.+ACY-nbsp;

Bezeichnend mag dazu der +IB4-Spruch+IBw- sein, welchen Pastor Lohmann der Konfirmandin in ihr Poesiealbum schrieb: Sie konnte darin doch nur eine zynische Heuchelei +APw-ber +IB4-Gnade+IBw- und +IB4-Reue+IBw- eines Mannes sehen, der +APw-ber das +IB4-Grauen+IBw- tunlichst geschwiegen hat, der aber seine Gottesdienste stets mit einem +IB4-Segen f+APw-r den F+APw-hrer+IBw- zu beenden sich beflei+AN8-igt haben soll.

+ACY-nbsp;

Ihr Lehrer an der Steinberger Volksschule, +IB4-Herr Lehrer Heine+IBw-, war ihr zum Schulabschluss (1949) geradezu feindselig gesonnen. Sie erinnerte sich immer wieder, gr+APw-belnd und mit einer gewissen Bitterkeit: Zum Heiligen Abend 1945 hatte die Mutter sie wieder nach Steinbergen geschickt, um Eink+AOQ-ufe zu besorgen. An der Ecke Lindenstra+AN8-e gegen+APw-ber +IB4-Beckmann+IBw- kam, ihr urpl+APY-tzlich gegen+APw-berstehend, ihr Klassenlehrer Heine entgegen. Und sie, in ihrer Erschrockenheit aus eingedrillter Form der +IB4-Gru+AN8-pflicht+IBw-, platzt ihm zackig entgegen: +IB4-Heil Hitler, Herr Lehrer Heine!+IBw- Der Angesprochene, in diesem Augenblick selbst hoch erschrocken wegen dieser f+APw-r ihn noch nicht ungef+AOQ-hrlichen Blo+AN8-stellung durch den +IB4-Hitler-Gru+AN8gHA- mit +IB4-pflichtgem+AOQA3yAc- ausgestreckter Rechter, kehrt auf dem Absatz um und eilt ohne Erwiderung davon.

Aber mit dem bald schon mehr und mehr abnehmenden Druck der +IB4-Entnazifizierung+IBw- sieht er dann in der Folgezeit in dieser Sch+APw-lerin eine +IB4-unbotm+AOQA3w-ige Provokateurin+IBw-! Ilse Ebeling bekommt das im Unterricht zunehmend deutlich zu sp+APw-ren. Denn so sehr sie sich um eine noch verhaltene Anerkennung ihrer durchweg guten schulischen Leistungen bem+APw-ht, +IB4-Herr Lehrer Heine+IBw- l+AOQ-sst sie +IB4-ganz kalt links liegen+IBw-. Meldet sie sich, wie immer stets h+APY-flich, auf eine Lehrerfrage, so +APw-bersieht er Ilses Finger mehr als offenkundig. Wagt sie es gar etwas zu einer Antwort beizutragen oder zu erg+AOQ-nzen, so f+AOQ-hrt er ihr barsch +APw-ber den Mund: +IB4-Ich hab+IBk- dich nicht drangenommen!+IBw- +IB4-Das will ich jetzt nicht wissen!+IBw- +IBM- Fotografien, wenn man den Hintergrund kennt und sie +IB4-zu lesen+IBw- bereit ist, sprechen mehr als viele Worte: Auf dem Schulabschlussfoto muss Ilse Ebeling, auf Befehl von Herrn Lehrer Heine, ganz au+AN8-en am rechten Rand stehen! Ihr Gesichtsausdruck scheint jedem einigerma+AN8-en aufmerksamen Betrachter B+AOQ-nde zu sprechen. Verschreckt, die Stirn in Falten gelegt! +IB4-So geht meine Schulzeit also zu Ende! Was wird jetzt f+APw-r mich kommen?!+IBw- Auf welche +IB4-Normen-Verwalter+IBw- werde ich treffen? Wer wird +APw-ber mich zu richten haben? Wer gibt mir dann und wann vor, was als +IB4-gut+IBw- und was als +IB4-b+APY-se+IBw- zu gelten hat?+ACY-nbsp; +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

+ACY-nbsp;

Niemals mehr in den Jahren und Jahrzehnten der Nachkriegszeit konnte Ilse Ebeling sich dem Gel+AOQ-nde der Arensburger Papierm+APw-hle (+IB4-Wittenborn+IBw-) n+AOQ-hern, geschweige denn es sogar +APw-berqueren +IBM- was sich manchmal auch angeboten h+AOQ-tte damals in ihrer Lehrzeit in Rinteln auf dem k+APw-rzesten Weg zum +IB4-Buchholzer Bahnhof+IBw- an der Strecke Rinteln-Stadthagen, wenn im Winter die Busse nicht fahren konnten, und sie auf diese M+APY-glichkeit angewiesen wart. Oder als sie sp+AOQ-ter in Obernkirchen wohnte, und zu Besuchen im +IB4-Fahrenpl+AOQ-tzer+IBw- Elterhaus manchmal in Buchholz ausstieg.

Nein, sie nahm dann immer den deutlich l+AOQ-ngeren Fu+AN8-weg +APw-ber die Landstra+AN8-e.

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Es mag doch auch eine gewissen Wahrscheinlichkeit bestanden haben, dass Anton das Kriegsende +APw-berlebt hat, dass er +IBM- gedem+APw-tigt zwar, und eines Teils seiner Lebenszeit beraubt +IBM- wieder heimkehren konnte. Nein, Ilse Ebeling gr+APw-belte bis in ihre letzten Lebensjahre dar+APw-ber, ob er nicht doch den M+APY-rdern zum Opfer gefallen sein k+APY-nnte: Genau so wie alle jenen, die sie als Schulkind hatte sterben sehen m+APw-ssen gleich linkerhand neben ihrem t+AOQ-glichen Schulweg nach Steinbergen!

Und so antwortete sie manches Mal, wenn man sie zu beruhigen suchte:

+ACY-nbsp;

+IB4-Was hei+AN8-t das schon, dass der Anton auf der M+APw-hle gut behandelt worden ist? Wenn ich bedenke, dass auch Schlachter L+APY-wenstein in Steinbergen gut behandelt worden ist? Wen immer man ihm meldete als bettl+AOQ-gerig krank, der bekam kostenlos Fleischsuppe ins Haus geliefert +ICY-+ACY-nbsp; Und dann haben sie ihn ohne Wimpernzucken ins KZ abtransportiert. Und die Steinberger erz+AOQ-hlen von dem Wachmann, der doch einer von ihnen war. Der ihnen versichert haben soll, er w+APw-rde auf L+APY-wensteins gut aufpassen. Und damit war f+APw-r die Leute hier alles gut. Und sie f+APw-hlen sich bis heute sauber+ICY-!+IBw- +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

+ACY-nbsp;

Etwa einmal +IB4-auf der M+APw-hle+IBw- nachzufragen, das hat sie sich niemals getraut +IB4-Die k+APY-nnen mir ja doch nicht die Wahrheit sagen. Wissen die das +APw-berhaupt? Und das sind ja jetzt auch Neue+ICYgHA- +IBM- mehr noch aber aus Angst vor einer solchen von ihr angenommenen Auskunft: Sie h+AOQ-tte sich die Schuld an Antons Tod gegeben!

Dann eher mit der Ungewissheit gr+APw-belnd und leidend leben, als an einer nicht mit letzter Sicherheit auszuschlie+AN8-enden Tat der +IB4-M+APY-rder eigener Art+IBw- zerbrechen.

Denn sie hat diese T+AOQ-ter mit ihren eigenen Augen agieren sehen m+APw-ssen. Sie wurde hineingeboren, als diese Tochter, in deren Reihen, als eine von ihnen. Wo sie zu bestehen und +IB4-zu funktionieren+IBw- hatte. Ohne auff+AOQ-llig zu werden als ein Kind, als ein Mensch, der zu denken und zu werten sich so erschreckend pl+APY-tzlich und fr+APw-h gezwungen sieht. Ein heranwachsendes M+AOQ-dchen, eine junge Frau bald, die mit dem f+APw-r sie selbst so gebrochenen und in sich so widerspr+APw-chlichen +IB4-Werte-Kanon+IBw- ihrer Herkunftsfamilie wie dann einer neuen, die Nazidiktatur verdr+AOQ-ngen und vergessen wollenden Bundesrepublik leben zu m+APw-ssen sich gezwungen sieht, wenn sie in dieser Welt, in den sp+AOQ-ten +IB4-Vierzigern+IBw-, in den +IB4-F+APw-nfzigern+IBw- bestehen muss.+ACY-nbsp; +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

Die Schule jener Jahre hat sich der Tatsache zu stellen, ihre Sch+APw-ler mit der Ideologie des Nationalsozialismus und Militarismus indoktriniert und dabei die Realit+AOQ-t verleugnet zu haben. Der Steinberger Lehrer forderte mit h+AOQ-rtester Strenge in der Schule den +IB4-Hitler-Gru+AN8gHA-! Er lie+AN8- die Kinder verniedlichende S+AOQ-tze +APw-ber Volk und Vaterland niederschreiben und erwies sich als willentlich blind f+APw-r die Wirklichkeit. Andere Quellen belegen, was Ilse +APw-ber ihn berichtete, n+AOQ-mlich aus Nichtigkeiten mit dem Rohrstock pr+APw-gelnd vorher wie danach.

Jener Herr Lehrer Heine wurde 1950 +IB4-abgel+APY-st+IBw- durch den Lehrer Neuser.

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Gemeinhin wird geglaubt, wird zweckdienlich glauben gemacht, das +IB4-abschlie+AN8-ende Wissen+IBw-, die +IB4-umfassende Kenntnis+IBw- +APw-ber die Jahre zwischen 1933 und 1945 liege schon fertig und endg+APw-ltig abrufbar vor, ausgef+APw-hrt und +IB4-erledigt+IBw- durch +IB4-sorgsamst einberufene qualifizierte Fachleute+IBw-. S+AOQ-mtliche jemals noch offenen Fragen w+AOQ-ren also ersch+APY-pfend und f+APw-r vern+APw-nftig denkende K+APY-pfe zufrieden stellend beantwortet. Dabei steht aber eine Erarbeitung aus grundlegenden Originalquellen, n+AOQ-mlich dem Leben und Erleben der konkreten Menschen noch wesentlich bevor. Diese +ANw-berlieferungen tragen doch erst zum Aufhellen bei, zu einer vertieften Erkenntnis +APw-ber das personelle, das soziale und wirtschaftliche Hintergrundgeschehen an der Basis, wodurch allein erst ein Einblick gew+AOQ-hrt wird in+ACY-nbsp; den Alltag der Erwachsenen wie besonders ihrer noch unverstellt erlebenden und wahrnehmenden Kinder, ihr Denken und F+APw-hlen, ihre Sorgen, ihre N+APY-te und ihr Hoffen.+ACY-nbsp;

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Ilse Ebeling. Ein Schulm+AOQ-dchen. Was sie erlebt hat. Was von ihrem Erleben noch fassbar ist. M+APY-ge es bewahrt sein vor dem Vergessen.

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Warum habe ich dieses alles +IB4-aufgeschrieben+IBw-?!

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+IB4-Das BEWUSSTSEIN mitsamt den von ihm umfassten Inhalten ist kein flie+AN8-endes Kontinuum, sondern ist intermittierend gleich einem immer wieder verl+APY-schenden und neu auflodernden F+APw-nkchen. Gerade darum, weil Bewusstsein intermittiert, kann es nur ann+AOQ-herungsweise zum Spiegel lebendigen Lebens werden. Notd+APw-rftig +APw-berbr+APw-ckt der Geist diese Kluft durch die Hypothese des Unendlich-Kleinen, durch welche jeder kontinuierliche Vorgang gedacht wird als zusammengesetzt aus unendlichen vielen uns unbekannten Elementen der Differentialen, die uns immer nur durch ihre Summe, ihre Integrale bekannt sind. So jagt denn unser funkengleich aufleuchtender Geist dem unhaschbar verflie+AN8-enden Leben nach, welches selbst durch die zartesten Maschen seines Netzes ihm entschl+APw-pft,

bis er das allerzarteste Gespinst einer aus unendlichen Ruhepunkten zusammengesetzt gedachten Bewegung ihm +APw-berwirft. Aber auch noch dieser Gedanke ist Mechanik.

Die Welt der Geschichte, sofern sie uns als Bewusstseinswirklichkeit gegeben ist,

ist nie das Lebendige selbst. Der Geschichtsschreiber mag, so fein und zart,

so geduldig und gewissenhaft, wie er will, dem Leben nachsp+APw-ren: nie wird er es erreichen.

Schlie+AN8-lich geraten alle konkreten Erlebnisse wirklicher lebendiger Menschen (wofern diese +APw-berhaupt bekannt und den konkreten Menschen selber je erfassbar sein sollten) vollkommen in Vergessenheit. An ihre Stelle tritt die historische Wirklichkeit und ihre Motivationskette und -einheit, das hei+AN8-t eine Welt blo+AN8-er Analogie. Darum fordert der Mensch zuerst und vor allem, +APw-ber Wahrheit und Wachheit hinwegget+AOQ-uscht zu werden. Er liebt und bewundert den Verkl+AOQ-rer
und t+APY-tet den Aufkl+AOQ-rer
...+IBw- Theodor Lessing

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01.+ACY-nbsp; Oktober 1933 (Sonntag), Hochzeitstag von Fritz und Lina Ebeling

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Das Reichserntedankfest auf dem etwa f+APw-nf Kilometer s+APw-dlich von Hameln gelegenen B+APw-ckeberg, umgangssprachlich auch B+APw-ckebergfest genannt, fand in den Jahren 1933 bis 1937 jeweils am ersten Sonntag nach dem Michaelistag (29.+ACY-nbsp;September) statt.

Das evangelische Landeskirchenamt Hannover setzte dieser Vereinnahmung des kirchlichen Erntedankfestes durch die Nationalsozialisten nichts entgegen, im Gegenteil +IBMAJg-nbsp;in seinem Aufruf zum Erntedankfest im Jahre 1933 hie+AN8- es:

+IB4-Diese Feier des Dankes gegen den Sch+APY-pfer gibt der Kirche Gelegenheit zum Hinweis auf den Gehorsam gegen die g+APY-ttliche Sch+APY-pfungsordnung, wie er uns besonders durch die Gedankenwelt des Nationalsozialismus in neuer Klarheit nahegebracht ist.+IBw-

Der Onkel der Br+AOQ-utigams, Maurermeister (+IB4-Ziu-Ziu!+IBw- genannt, oder +IB4-Peperkopp!+IBw-) Wilhelm Ebeling aus Steinbergen, einer der fanatischsten Anf+APw-hrer der NSDAP im Ort, sa+AN8- oben auf der offenen Ladefl+AOQ-che eines LKWS neben einer Horde von Parteigenossen, sie alle auf dem Wege zum +IB4-B+APw-ckeberg+IBw-. Als er noch innerhalb des Dorfes den Hochzeitsg+AOQ-sten seines Neffen auf deren Weg zur Steinberger Kirche ansichtig wurde, riss er seine Pistole Luger 08 aus dem Holster, schwenkte sie wild in der Luft und schrie wieder und wieder laut:

+IB4-Da geht es zum B+APw-ckeberg!+IBw- +IBM- Am Abend erschien er prahlerisch und leutselig auf der Hochzeitsfeier seines Neffen und w+APw-nschte ihnen +IB4-strammen Nachwuchs f+APw-r unseren F+APw-hrer!+IBw- +ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

Ilse wurde geboren am 03. Juli 1934, 270 Tage nach der (nicht zuletzt gem+AOQA3w- den +IB4-Lehren+IBw- des BOROSINI, s.o.)
sorgsamst geplanten Hochzeitsnacht.
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Leider Gottes +IBM- ein +IB4-M+AOQ-dchen+IBw-! +ACY-nbsp;

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Zum +IB4-Schmidtschen Steinbruch+IBw- und seiner vermuteten kriegswichtigen Bedeutung entsteht eine weitere Ausarbeitung.

Selbst Beobachtetes, Erinnerungen an Berichtetes und Erz+AOQ-hltes.

Dieses alles parallelisiert mit mittlerweile von anderer Seite umf+AOQ-nglich gesicherten historisch-zeitgeschichtlichen Fakten und Umst+AOQ-nden.

Meine eigenen Gedanken dann zu eigenem Erleben +IBM- und daraus mir mehr und mehr erwachsener eigener Schau.

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Was sich in seinem +IB4-Anwachsen+IBw- schlie+AN8-lich zu f+APw-gen schien.

Mich zu Erkenntnissen kommen lie+AN8-, auch und nicht zuletzt und in besonderem Ma+AN8-e f+APw-r eine +IB4-Schau+IBw- des eigenen Gewordenseins, hier aus +IB4-Wurzeln+IBw- vor meinem eigenen Dasein.+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

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Quellen +IBM- die wenigen, die mir noch zug+AOQ-nglich waren in Gestalt von Auskunftspersonen +IBM- gehen mehr und mehr +IB4-verloren+IBw-, sind nicht mehr auskunftsf+AOQ-hig (sofern sie denn auskunftswillig waren), versterben.

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Die hier vorliegenden +IB4-Seiten+IBw- stellen jedoch nur einen Bruchteil des mir noch Vorhandenen, Zuhandenen dar.
Meine +IB4-Arbeit+IBw- geht weiter. So lange es mir +APw-berhaupt selbst noch m+APY-glich sein darf.

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Wen die +IB4-Ergebnisse+IBw- wie auch immer ansprechen, der m+APY-ge sie werten,
m+APY-ge sie +IB4-verwenden+IBw-. In der Hoffnung, dass sie zu +IB4-etwas+IBw- an Gutem
n+APw-tze sein m+APY-gen.+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;

Dass +IB4-Geschichte+IBw- mehr und mehr dem geschehenen Wirklichen nahe kommen m+APY-ge!
Es braucht halt etwas Mut. Mut, auch Handelnde bei ihren Namen zu nennen.
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+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp;+ACY-nbsp; Autor des+ACY-nbsp; vorstehenden+ACY-nbsp; Textes:+ACY-nbsp; Gerhard+ACY-nbsp; S+APwA3w-mann+ACY-nbsp; Rinteln,+ACY-nbsp; 2018

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