Das "echte" Johanniskraut
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                           Johanniskraut                            28.Juli 2011

Das Johanniskraut(Hypericum perforatum = "Tüpfeljohanniskraut")
ist eine mehrjährige Blütenpflanze der sog. Hartheugewächse(Hypericaceae).

Es ist weit verbreitet und wächst an Weg- und Waldrändern, auf Magerrasen-
flächen, an Trockenhängen und auf Waldlichtungen. Johanniskraut gedeiht
im vollen Sonnenlicht und auch im Halbschatten. Es ist ein Magerkeitsanzeiger
des Bodens und gilt als Pionierpflanze. Weltweit gibt es in den gemäßigten
und subtropischen Zonen über hundert Arten der Pflanze.

Der Stengel ist kantig. Die Pflanze ist 30 - 80 cm hoch. Die Blüten sind goldgelb
und werden besonders von Hummeln begierig angeflogen und bestäubt .

Die Blütezeit um den Johannistag(24. Juni) herum (bis Oktober) war Anlaß für
die Namensgebung dieser Pflanze. Es gab eine Tradition, daß es nur am Tage
Johannis des Täufers um die Mittagszeit gepflückt wurde. Andernfalls sei es
ohne Wirkung. Aber es war bereits in vorchristlicher Zeit, also der Zeit der
alten keltischen und germanischen Götter, der Fall, daß bei der festlich begangenen
Sommersonnenwende das Johanniskraut eine Rolle spielte. Germanen und Kelten
sahen im Fünfstern der Blüten die eingefangenene Kraft der Sonne, das Symbol
der guten Kräfte. Der Fünfstern war zudem das heilige Symbol der Druiden.
Beim Tanz um das Sonnenwendfeuer wurden Kränze aus blühendem Johanniskraut
getragen, als Zeichen der Verehrung für die Kräfte Lichts. Hier sieht man wieder
einmal, die alte Naturreligion wurde vernichtet, indem man ihre Gebräuche,
Vorstellungen und Symbole gewalttätig mit christlicher Ideologie überbaute.

Zerdrückt man die Blütenblätter des Johanniskrauts, so hinterlassen sie an den
Fingerspitzen rote Flecken, die nach christlicher Deutung volkstümlich als
"Johannisblut" interpretiert wurden. Dementsprechend wurde das Johanniskraut
auch teilweise als "Christi-Wunden-Kraut" bezeichnet.
Johannisöl als Auszug aus den Blüten wurde als Wundheilmittel benutzt.


Johanniskraut ist also eine alte Heilpflanze der Volksmedizin und enthält als
wichtigste Inhaltsstoffe Hypericin (< klicken) und das Hyperforin (< klicken),
das bei Depressionen hilfreich sein sollte. Die Wirkung als Antidepressivum ist
allerdings umstritten.


Hypericin hat photosensibilisierende Wirkung und kann bei Aufenthalt im Sonnen-
licht zu Lichtschäden auf Haut und an den Augen führen.

Außer zu Pflanzenextrakt mit den oben genannten Wirkstoffen, können die
Blüten auch als Tee Verwendung finden.

Für die Gewinnung der Inhaltsstoffe wird Johanniskraut in Deutschland, Österreich,
Polen, Brasilien auch landwirtschaftlich angebaut.

                      

                              
                                                    Blütendolde des Johanniskrauts                 28.7.2011




       
                                                            Johanniskrautbestand in einer Wiese mit Magerrasen                                      28.7.2011


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                                                                                                                                                                                  Eix / 28. Juli 2011