Krömers Hotel
. . .

. . .  an der großen Steinberger Straßenkreuzung war bis 2012
ein privates Alten- und Pflegeheim unter dem Namen  "Pro Senia  - 
Pflege- und Betreuungszentrum Steinbergen", Arensburger Str. 1.

Mittlerweile stehen die Gebäude leer, da die letzten Heimbetreiber
in Konkurs gegangen sind.
Der Gebäudekomplex befindet sich
jetzt im Besitz von Spekulanten.

Die Zukunft der Anlage ist ungewiß!(Stand im Oktoberr 2014
und auch
Ende 2017 noch):               

Bitte etwas Geduld, Ihr Browser lädt die Bilder.
                                 Das ehemalige "Krömers Hotel" heute.                                  
18.2.2007
(Oben links das Monstrum, lt. Heimatbund Nds.: "halb Förderturm, halb Sprungschanze", auf dem Messingberg )

Das Hotel, später ein Alters- und  Siechenheim, gehörte bis ca. 2010 einer Familie Lorenz.
Es kam dann auf den freien Markt und ist jetzt leider im Eigentum irgendwelcher Spekulanten.


                                Und früher, als es noch ein Hotel war:


                                 Krömers Hotel, unterhalb der Hirschkuppe                    ca. 1933

                                           Einige frühere Bilder:


Diese Abbildung wurde von Herrn Erik Hoffmann, Hess.-Oldendorf, zur Verfügung gestellt         ca. 1915

                                          Im Sommer(vor dem Kriege):

                                                                                                              1920er Jahre

                                           Im Schnee(vor dem Kriege):
       
                                                                                                        1920er Jahre

Während der späten Kriegsjahre 1942 - 1945 wurden im Hotel Familien untergebracht,
u. a. solche, die in Bremen ihre Wohnungen durch die furchtbaren Bombenangriffe der
Engländer und Amerikaner verloren hatten("Ausgebombte") und bei den Flugzeugwerken
der Firma Focke-Wulf in Bad Eilsen arbeiteten. Ein Bekannter, der damals als Kind
dort mit seinen Eltern und Geschwistern wohnte, erzählte mir folgendes:

Im Zuge der Verteidigung des Arensburger Passes waren damals auch ungefähr
30 junge Soldaten(SS-Offiziersanwärter aus Braunschweig) in den Gebäuden von
Krömers Hotel untergebracht
. Auf der Hirschkuppe starben dann manche von ihnen
in Nahkämpfen mit den Amerikanern.

Er berichtete auch, daß Tante "Lina" Kleinschmidt, die die Hotelverwaltung während
der Kriegsjahre machte, nach Abzug der deutschen Fähnriche aus der Waschküche
des Gästehauses(das holzverschalte Gebäude im hinteren Bereich des Hotelgrundstücks!)
einige von ihnen in den Wäldern zurückgebliebene mit Nahrung und Zivilkleidung! versorgte.

Er war ein kleiner Junge, der Lina mit Rucksack und ihrem Hund regelmäßig
in den Wald (Richtung Hirschkuppe) aufbrechen sah und die Erwachsenen darüber reden hörte.
Das war zweifellos eine mildtätige Wohltat. Und auch mutig, da diese Soldaten als Deserteure
galten. Die gute Frau und die Deserteure wären bei einer Entdeckung sofort standrechtlich
erschossen worden.


Die mutige Lina Kleinschmidt und ihre Schwester Martha Kleinschmidt, bewirtschafteten in den
1970ern für einige Jahre die Gastwirtschaft des Rintelner Klippenturms.  Bei den Kleinschmidts
gab es zwei Kinder: 1. Gustav Kleinschmidt, der später bis 1987 der Gastwirt des Rintelner Wald-

katers wurde und 2. Elfriede, die später den Steinberger Finanzamtsmitarbeiter Rudolf("Rudi") Veit
aus der Bachstrasse 6 heiratete.


                                                 Und in den Nachkriegsjahren:

                                                                                                                                             ca.  1955

Im August 2016 schrieb mir Herr Matthias Lorenz, Steinbergen, aus der
ehemaligen Eigentümerfamilie von "Krömers Hotel" dankenswerterweise
folgendes zu diesem Internetbeitrag:

"Guten Tag, Herr Eix, zu diesem Artikel:
Es stimmt, daß das Altenheim in unserem Besitz war. Aber nicht bis 2010,
sondern im Jahre 1996 hat mein Vater es an die sog. "Pro Senia" verkauft.
Seitdem lief es erstmal weiter, dann kam der wirtschaftliche Verfall.

Erworben wurde zuerst die alte Villa vorn im Jahre 1916 oder 1918
vom Bäckermeister Krömer, einem Vorfahren von uns.

Erbaut wurde die Villa im Jahre 1912 von einem Herrn Achenbach.
Der als "Eisenbahn- Tycoon" im Kaiserreich Österreich-Ungarn wohl
zu viel Geld gelangt war. Darüberhinaus waren die Achenbachs auch
schon eine reiche Familie.Als der Krieg 1918 zu Ende war, Herr Achenbach
muß schon verstorben gewesen sein, ist Frau Achenbach wieder
nach Amerika in ihre alte Heimat übergesiedelt. Jedenfalls hat man mir
es so erzählt.


Lt. Herrn Erik Hoffmann eine Zeitungsnotiz aus der "Schaumburger Zeitung" von 1917                                          

Das Holzhaus hinten wurde im Jahre nach der Inflation (ca. ab 1924 ff,)
gebaut. Der Bauherr war ein Dr. phil. Wilhelm Krömer.
Die Seitenflügel (hier nicht im Bild!) kamen erst ab den 1960ern.

Recht haben Sie, daß es nun oder seit den späten 1990ern
in den Händen von Spekulanten ist.

Seit dem Ende des 1. Weltkrieges und da waren:
Bis 1996 haben Generationen den Laden gut bewirtschaftet,
ohne unangenehm aufzufallen und ohne daß die Substanz verfällt.
Ja, wie ging denn das?

Diese "Herren mit Anzug und Krawatte" haben den Laden in
viel weniger als 20 Jahren komplett vor die Wand gefahren
und sich gleichzeitig eine goldene Nase verdient.
So wird es gesagt. Es lebe die Marktwirtschaft."


Die ehemalige Gaststube im früher schönen "Krömers Hotel"
Fotografie von Herrn Lorenz, Steinbergen, zur Verfügung gestellt

                                                                        Copyright  2008 - 2017
                                                                        F. Eix
      
                 Zurück zur Hauptseite über Steinbergen