In Steinbergen, einem Dorf und ehemaligem Luftkurort
im Wesergebirge, gab es bis vor Jahresfrist ein kurzlebiges
Restaurant namens "Körner", das sich erstaunlicherweise
auf den Dichter Theodor Körner berief. Wahrscheinlich
frönte der Restaurantinhaber einem falschverstandenem
Nationalismus, der bei den Steinbergern keinen Anklang
fand, denn sie besuchten das Restaurant so wenig, daß es
bald schloß.


      Unheilvoller Nationalismus


Grillparzer: "Von der Humanität über die Nationalität zur Bestialität."

             Historische Kriegsbegeisterung

           „Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein“

                           Theodor Körner(1791-1813):

                                  Lützows wilde Jagd

                               Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?

        Hör’s näher und näher brausen.

        Es zieht sich herunter in düsteren Reihn   

        Und gellende Hörner schallen darein

        Und erfüllen die Seele mit Grausen.

        Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt:

        Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.

        Was zieht dort rasch durch den finsteren Wald

        Und streift von Bergen zu Bergen?

        Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt,

        Das Hurra jauchzt und die Büchse knallt,

        Es fallen die fränkischen Schergen.

        Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt:

       Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd.

                           usw., usw.

Die Verse sind zwar gelungen, dokumentieren aber eine
Verherrlichung des Krieges und in den weiteren   -  hier
ausgelassenen Strophen  -   eine schädliche Franzosenfeindlichkeit.

Der kriegsbegeisterte Nationalist Körner mußte dann auch
in den Freiheitskriegen(1813-15) gegen Napoleon am 26. 8. 1813
als Freiwilliger im v. Lützowschen Freikorps ins Gras beißen.
Er wurde als Kavallerist von einer französischen Gewehrkugel getroffen. 

Hätte Napoleon in seinem Größenwahn nicht Russland angegriffen,
wobei er kläglich scheiterte und seine Armee im russischen Winter
verlor, dann wären die Freiheitskriege unterblieben.

Hätten die verblendeten Völker Deutschlands, Österreichs, Englands
und Russlands in nationalistischem Überschwang, angestachelt von
ihren unterdrückerischen adeligen Potentaten "von Gottes Gnaden",
Napoleon nach seiner Niederlage gegen Russland nicht vertrieben,
hätte es schon damals ein Vereintes Europa von Spanien bis Polen
gegeben und zwei Weltkriege wären den Menschen erspart geblieben. 

In unserer Zeit kennen wir das Unheil des Nationalismus z.B. aus
den Balkankriegen.

                                                                                           11.6.07

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